E-Scooter

KuKirin G2 Pro ABE im Test: Bewertung und Erfahrungen, kann ein Offroad-Scooter mit ABE für 454 Euro überzeugen?

53 km echte Reichweite, 2,20 m Bremsweg und der beste Faltmechanismus im Test, Note 8,7

Ich habe den KuKirin G2 Pro ABE drei Wochen lang durch die Stadt, am Neckar entlang und über den Weinberg gescheucht, mit 100 Kilo auf dem Trittbrett und bei bis zu 38 Grad. Herausgekommen ist ein kompakter E-Scooter, der genau da stark ist, wo teure Modelle es sein sollten, und der mich an einer Stelle richtig überrascht hat. Ob der Preis von 454 Euro ein echtes Schnäppchen ist oder ob die günstige Klasse doch ihren Haken hat, klärt dieser Test mit allen Messwerten.

Alexander steht mit dem KuKirin G2 Pro ABE E-Scooter und zeigt Daumen hoch
Ich und der KuKirin G2 Pro ABE nach meiner Testrunde in den Weinbergen. Gesamtnote im Test: 8,7 (Sehr gut).

Transparenz zu diesem Test

Das Testmuster wurde mir von Geekbuying für den Test zur Verfügung gestellt. Meine Messungen und meine Bewertung bleiben davon unbeeinflusst: Reichweite per Wattmeter, Bremsweg mit dem Maßband, Steigung an einer festen Rampe mit Neigungsmesser.

Finanziert wird die Seite über Affiliate-Links. Kaufst Du über meinen Link, bekomme ich eine kleine Provision, für Dich ohne Mehrkosten. Mehr dazu unter Transparenz, Testverfahren und Über mich.

Der KuKirin G2 Pro ABE ist die in Deutschland legale, auf 20 km/h abgeregelte Variante des bekannten G2 Pro und gehört zur Kategorie der Offroad-Scooter, auch wenn er sich mit seinen kompakten Maßen für mich eher wie ein Hybrid aus City- und Gelände-Scooter anfühlt. Auf dem Papier klingt das erst mal unspektakulär, doch die Kombination aus Vollfederung, einem großen 748-Wh-Akku und gültiger ABE zum Aktionspreis von 454 Euro ist in dieser Klasse selten. Ich habe ihn am Ende mit 8,7 von 10 Punkten und der Note „Sehr gut“ bewertet. Warum, das baue ich Dir jetzt Schritt für Schritt und mit echten Zahlen auf. Wenn Du wissen willst, wie er sich neben andere E-Scooter einordnet, findest Du alle Modelle im E-Scooter Vergleich von eBike-Crew.de.

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Über mich als E-Scooter-Tester

Ich bin Alexander, für die meisten einfach Alex, und fahre E-Scooter und E-Bikes seit 2018 im Alltag. Ich teste nicht auf dem Parkplatz und nicht nach Datenblatt, sondern auf meiner echten Runde durch die Stadt, am Fluss und am Berg, immer mit denselben 100 Kilo Systemgewicht und demselben Reifendruck. Genau deshalb weichen meine Zahlen oft von den Hochglanz-Angaben ab, und genau das ist der Punkt. Beim KuKirin bin ich mit einer gesunden Portion Skepsis gestartet, denn günstig plus Offroad plus ABE klingt nach einem Kompromiss zu viel. Am Ende der drei Wochen war ich eines Besseren belehrt.

KuKirin G2 Pro ABE im Überblick

KuKirin G2 Pro ABE im Seitenprofil auf einem Hoehenzug mit Neckartal-Panorama
Kompakter Hybrid für Stadt und leichtes Gelände, aufgenommen auf meiner Testrunde über dem Neckartal.

Optisch macht der G2 Pro ABE viel her: mattschwarzer Alu-Rahmen mit orangefarbenen Akzenten, dicke 9-Zoll-Vakuumreifen mit Offroad-Profil und Federbeine vorne und hinten. Mit 1170 Millimetern Länge und 590 Millimetern Lenkerbreite ist er kompakter als klassische Offroad-Brummer, bleibt dabei aber ein vollwertiger E-Scooter mit ordentlicher Standfläche und guter Sitzhöhe des Lenkers. Angetrieben wird er von einem 500-Watt-Heckmotor, gebremst über zwei mechanische Scheibenbremsen. Das Ganze wiegt gemessene 22,3 Kilo und trägt bis zu 120 Kilo Zuladung.

Highlights:

  • Vollfederung vorne und hinten plus 748-Wh-Akku und Bremslicht zum 454-Euro-Preis
  • Gemessene 53 km Praxisreichweite bei 100 kg auf flacher Stadtrunde
  • Kräftiger 500-Watt-Heckmotor, der auch am Weinberg nicht schlappmacht
  • Sehr kurzer Bremsweg von 2,20 m aus 20 km/h
  • Der beste Faltmechanismus, den ich bisher an einem Scooter hatte
  • Gültige ABE (P605) mit StVZO-Beleuchtung und separatem Bremslicht

E-Scooter Academy: Was Du beim KuKirin wissen solltest

Damit die Messwerte weiter unten Sinn ergeben, ordne ich den KuKirin kurz ein und erkläre die wichtigsten Bauteile ganz allgemein, damit auch Einsteiger mitkommen.

Scooter-Typ: Der G2 Pro ABE ist ein Offroad-E-Scooter mit Straßenzulassung, also eine Mischung aus geländetauglichem Modell mit dicken Reifen und Federung und einem legalen Pendler-E-Scooter. Offroad-Typen haben mehr Federweg, größere Reifen und mehr Bodenfreiheit als reine City-E-Scooter, sind dafür meist etwas schwerer.

Motor und Drehmoment: Der Antrieb ist ein 500-Watt-Nabenmotor im Hinterrad. Die Nenndauerleistung ist bei ABE-Modellen auf 500 Watt begrenzt, kurzfristig darf ein Motor mehr leisten. Entscheidend am Berg ist weniger die reine Wattzahl als das Drehmoment, also die Kraft, mit der der Motor anschiebt. Ein Heckmotor bringt diese Kraft dorthin, wo beim Anfahren das Gewicht liegt, und dreht seltener durch als ein Frontmotor.

Akku und Reichweite: Die Kapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben, das ist Spannung mal Amperestunden. Der 748-Wh-Akku (48 Volt, 15,6 Ah) ist für die Preisklasse groß, und mehr Wh bedeuten grundsätzlich mehr Reichweite. Wie viel davon im Alltag ankommt und warum Herstellerangaben fast immer zu hoch sind, erkläre ich im Ratgeber E-Scooter Reichweite ehrlich.

Bremsen: Gebremst wird über zwei mechanische Scheibenbremsen. Dazu kommt eine Motor-Bremsabschaltung. Mechanische Scheibenbremsen ziehen über einen Seilzug und sind wartungsarm, hydraulische packen feiner, kosten aber mehr. Ein echtes ABS, das ein Blockieren der Räder verhindert, hat der G2 Pro ABE nicht. Die Unterschiede der Bremssysteme vertiefe ich im Ratgeber E-Scooter Bremsen.

Recht und ABE: Rechtlich hängt alles an der Allgemeinen Betriebserlaubnis. Nur mit ABE darfst Du auf Straße und Radweg fahren, brauchst dann aber ein Versicherungskennzeichen. Ein Blinker ist erst ab 2027 für neu zugelassene Modelle Pflicht, bestehende ABE-Fahrzeuge genießen Bestandsschutz. Den Unterschied zwischen ABE-Modellen und Offroad-E-Scootern ohne Zulassung zeigt der E-Scooter Finder bei jedem Modell an.

Für wen: Damit richtet sich der KuKirin an Pendler und Freizeitfahrer, die kompakt bleiben wollen, aber Federung und Reichweite nicht missen möchten.

Technische Daten des KuKirin G2 Pro ABE

Heck-Nabenmotor des KuKirin G2 Pro ABE in Nahaufnahme
Der 500-Watt-Heckmotor zieht auch mit 100 kg sauber durchaus anspruchsvolle Anstiege hoch.
Motor 500 W Heckmotor (bürstenloser Nabenmotor)
Höchstgeschwindigkeit 20 km/h (eKFV), 3 Fahrstufen 10 / 15 / 20 km/h
Akku 748 Wh (48 V/15,6 Ah), Ladezeit 7 bis 8 h
Bremsen 2 mechanische Scheibenbremsen plus Motor-Abschaltung
Reifen 9 Zoll Vakuumreifen schlauchlos, Offroad-Profil
Federung Federbeine vorne und hinten
Gewicht / Zuladung 22,3 kg / bis 120 kg
Trittbrett 17 cm breit, 51 cm lang
Zulassung ABE P605 (KBA), StVZO-Beleuchtung, IP54
Preis 454 Euro (Aktion), UVP 999 Euro

Meine Bewertung des KuKirin G2 Pro ABE

Die Gesamtnote von 8,7 setzt sich aus fünf Kategorien zusammen, jeweils von 0 bis 10, wobei die Gewichte zum Offroad-Typ passen. So sieht der Notenspiegel aus:

Antrieb & Reichweite9,5
Sicherheit9,4
Preis-Leistung9,0
Fahrverhalten & Komfort8,4
Alltagstauglichkeit7,1
Gesamtnote8,7 Sehr gut

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Fahreigenschaften und Detailanalyse

Motor, Antrieb und Steigfähigkeit

Digitaler Neigungsmesser an der Teststeigung mit KuKirin G2 Pro ABE im Hintergrund
Beweisfoto: meine feste Teststeigung. Hier zeigt der Neigungsmesser 7,3 Grad, im Schnitt über die ganze Rampe sind es 7,2 Grad, also 12,6 Prozent.

An meiner festen 12,6-Prozent-Rampe zeigt der G2 Pro ABE ein ehrliches Bild: Er startet mit vollen 20 km/h in die Steigung, pendelt sich dann auf konstante 17 km/h ein und zieht diese sauber durch, ohne einzubrechen, auch mit meinen 100 Kilo. Das Anfahren ist dabei direkt und gleichmäßig, kein Ruckeln, kein Turboloch. Richtig überrascht hat mich aber ein Teil meiner Runde, den ich sonst nur den stärkeren E-Scootern zutraue: die zwei Kilometer den Weinberg hinauf, mit wechselnden 10 bis 15 Prozent Steigung und bei 30 Grad. Der KuKirin ist nie unter 14 km/h gefallen und hat dabei weder überhitzt noch die Leistung abgeregelt. Genau das haben mir schon einige teurere Testmodelle auf der Strecke verweigert. Wie viel Steigung ein E-Scooter wirklich packt und warum die Herstellerangaben in Grad wenig aussagen, habe ich im Ratgeber E-Scooter Steigfähigkeit aufgeschrieben.

Farbdisplay des KuKirin G2 Pro ABE aus Fahrerperspektive auf der Weinberg-Steigung
Fahrerperspektive auf meiner Weinberg-Runde mit dem Steigungstest.

Beschleunigung von 0 auf 20 km/h

Daumengas am Lenker des KuKirin G2 Pro ABE
Das Daumengas lässt sich sauber und gleichmäßig dosieren.

Aus dem Stand auf die vollen 20 km/h braucht der G2 Pro ABE im Mittel aus drei Versuchen 4,2 Sekunden (4,2 / 4,3 / 4,2 s). Für einen abgeregelten Pendler-Offroader ist das flott, an der Ampel bist Du vorn mit dabei. Das Daumengas dosiert dabei fein, der E-Scooter schiebt gleichmäßig an, statt überraschend loszuspringen.

Akku und Reichweite

Die Reichweite habe ich nicht leergefahren, sondern per Wattmeter sauber hochgerechnet. Auf meiner flachen Alltagsstrecke durch die Stadt und am Neckar entlang bin ich 34 Kilometer gefahren und habe danach mit dem Shelly-Wattmeter, einem kleinen Messgerät, das die tatsächlich in den Akku zurückgeladene Energie in Wattstunden erfasst, 532 Wh nachgeladen. Daraus ergeben sich 478,8 Wh tatsächlich entladene Energie, ein Verbrauch von 14,08 Wh pro Kilometer und damit eine hochgerechnete Reichweite von rund 53 Kilometern bei 100 Kilo Fahrergewicht. Das ist ein starker, realistischer Wert. Die Herstellerangabe von 65 Kilometern gilt für 65 Kilo und Idealbedingungen, meine 53 Kilometer sind Praxis pur.

Mein Messwert (100 kg, flache Stadtrunde)53 km
Herstellerangabe (65 kg, Idealbedingungen)65 km

Mit rund 82 Prozent der Herstellerangabe liegt der KuKirin damit deutlich über dem, was die meisten E-Scooter im ehrlichen Test schaffen. Für tägliche Pendelstrecken bis etwa 20 Kilometer hin und zurück reicht eine Akkuladung locker.

Komfort und Fahrverhalten

Das Federbein vorne, steckt Waldwege und Straßenschäden ordentlich weg.

Der KuKirin fährt sich für die Preisklasse angenehm komfortabel. Die Federbeine vorne und hinten schlucken auf holprigen Waldwegen und über Straßenschäden erstaunlich viel weg, das ist quer durch mein Testfeld eine der stärksten Seiten. Ehrlich bleibt aber: Kopfsteinpflaster ist auch hier nicht sein Freund. Dafür bräuchte es eine hochwertigere, gedämpfte Federung, und die ist für unter 500 Euro schlicht nicht drin. Wer die Unterschiede zwischen einfacher Feder, Elastomer und Öldämpfer verstehen will, findet die Details im Ratgeber E-Scooter Konstruktion. Die 9-Zoll-Vakuumreifen mit Offroad-Profil geben ordentlich Grip und Laufruhe, der E-Scooter liegt satt und spurtreu.

Verarbeitung, Faltmechanismus und Display

Vorderer Klappmechanismus des KuKirin G2 Pro ABE wird am Hebel geloest
Ein Griff an den Hebel und der Lenkstiel klappt nach unten.

Der Faltmechanismus ist für mich das heimliche Highlight. Vorne löst Du die Lenksäule über einen Hebel, er klappt sauber nach unten und rastet ohne jedes Spiel ein, wenn man den Sicherungshaken einrastet. Die Lenksäule fällt beim Lösen nicht sofort ab, das kennt man von manchem Konkurrenten anders. Hinten wird zusätzlich von Hand ent- und verriegelt, gesichert über eine kleine zusätzliche Sicherung. Das dauert zwei Sekunden und hält danach absolut sicher. Genau dieses hintere Einrasten war bei einigen Testmodellen schon ein Schwachpunkt, hier sitzt es bombenfest. Insgesamt der beste Faltmechanismus, den ich bisher an einem Scooter hatte.

Display des KuKirin G2 Pro ABE mit starker Sonnenspiegelung
Die eine echte Schwäche: bei direkter Sonne spiegelt das Display stark.

Über drei Wochen und viele Kilometer durch die Stadt, über Feldwege und den Weinberg war die klarste Schwäche im Test das Display. Es ist ein Farb-LCD mit hübschen farbigen Elementen, zeigt Fahrstufe, Tempo und Akku, aber bei direkter Sonne ist es schlecht ablesbar. Ansonsten bietet es das Nötigste, ohne App und ohne Schnickschnack. Eine Besonderheit ist mir noch aufgefallen: Der G2 Pro ABE hat entgegen der Herstellerangabe einen Gehmodus „0“, und insgesamt vier Stufen (0 bis 3). Im Gehmodus blinkt das Rücklicht bei Dunkelheit als Warnsignal, ab Stufe 1 wird daraus ein Dauerlicht, sobald das Licht eingeschaltet ist. Der Hersteller gibt weder den Gehmodus noch das Bremslicht korrekt an, in vielen zusammengeschriebenen Fremdberichten fehlt beides. Worauf es beim Display wirklich ankommt, steht im Ratgeber E-Scooter Display & App.

Bremsen und Sicherheit

Bremsweg-Messung mit Massband auf Asphalt am KuKirin G2 Pro ABE
Beweisfoto: Bremsweg mit Maßband ab der Startmarkierung gemessen.

Bei den Bremsen wird es spannend. Aus vollen 20 km/h steht der KuKirin nach im Mittel 2,20 Metern (2,21 / 2,20 / 2,19 m). Das entspricht rechnerisch einer Verzögerung von rund 7,0 m/s². Zur Einordnung: Paragraf 4 der eKFV verlangt mindestens 3,5 m/s² mit allen Bremsen zusammen. Der G2 Pro ABE liegt also weit darüber, das ist ein Ausnahmewert für die Klasse. Möglich wird der kurze Weg durch die bewusste Gewichtsverlagerung nach hinten beim Vollbremsen, die das Abheben des Hecks verhindert. Wichtig zu wissen: Der E-Scooter hat kein ABS, bei einer Vollbremsung können die Räder blockieren, Du musst Dein Gewicht also aktiv nach hinten bringen. Die mechanischen Scheibenbremsen greifen dabei bissig, nicht schwammig, und lassen sich sehr gut dosieren. Mehr zu den Bremstypen und warum die oft zitierte 7-Meter-Grenze ein Mythos ist, steht im Ratgeber E-Scooter Bremsen.

Rot leuchtendes Bremslicht am Heck des KuKirin G2 Pro ABE
Stärke in der Preisklasse: ein echtes Bremslicht, das viele Berichte unterschlagen.

Beim Thema Sichtbarkeit punktet der KuKirin doppelt. Der Frontscheinwerfer leuchtet hell und StVZO-konform, und hinten sitzt ein separates Bremslicht, das bei vielen günstigen E-Scootern schlicht fehlt. Dazu kommen Reflektoren und die vorgeschriebene Beleuchtung, alles Voraussetzung für die ABE. Warum das Bremslicht mehr ist als nur ein nettes Extra, erkläre ich im Ratgeber E-Scooter Licht & StVZO.

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eKFV: Was rechtlich gilt

Der KuKirin G2 Pro ABE ist die straßenzugelassene Variante mit gültiger ABE P605 vom KBA. Damit gelten die Regeln der eKFV: höchstens 20 km/h, maximal 500 Watt Nenndauerleistung, zwei voneinander unabhängige Bremsen, StVZO-Beleuchtung vorne und hinten, Reflektoren und Klingel. All das erfüllt er. Für den legalen Betrieb brauchst Du ein Versicherungskennzeichen, das kostet je nach Anbieter rund 25 bis 40 Euro im Jahr. Der geforderte Bremsweg ist über die Verzögerung von mindestens 3,5 m/s² definiert, die der E-Scooter mit rund 7,0 m/s² klar übertrifft. Blinker sind ab 2027 nur für neu zugelassene Fahrzeuge Pflicht, für Modelle mit bestehender ABE gilt Bestandsschutz. Der G2 Pro ABE hat keine Werks-Blinker, was ihn aber auch in den kommenden Jahren völlig legal fahrbar lässt. Ab 2027 wird hier Kukurin sicher nachrüsten, da es dann Pflicht wird. Und weil er keinen aktiven Tempomat hat, ist er auch bei Paragraf 7 der eKFV auf der sicheren Seite: Die Motorleistung geht sofort auf null, wenn Du den Daumen vom Gas nimmst.

Vor- und Nachteile im Überblick

Das spricht dafür

  • Vollfederung vorne und hinten in der 500-Euro-Klasse
  • Großer 748-Wh-Akku, gemessene 53 km Reichweite
  • Sehr kurzer Bremsweg von 2,20 m aus 20 km/h
  • Kräftiger Motor, kein Überhitzen am langen Anstieg
  • Separates Bremslicht, in der Klasse selten
  • Gültige ABE (P605) und StVZO-Beleuchtung
  • Bester Faltmechanismus im bisherigen Testfeld
  • Hohe Zuladung bis 120 kg, robuster Alu-Rahmen

Das spricht dagegen

  • Display bei direkter Sonne schlecht ablesbar
  • Kein Blinker ab Werk (Bestandsschutz gilt)
  • Keine App und Konnektivität
  • Schmales Trittbrett (17 cm) und geringe Bodenfreiheit
  • Mit 22,3 kg kein Leichtgewicht zum Tragen

KuKirin G2 Pro ABE im Vergleich

Der G2 Pro ABE bewegt sich in einem spannenden Feld günstiger, vollgefederter ABE-E-Scooter, die ich alle selbst gefahren bin. Jeder hat sein eigenes Profil, einen klaren Sieger gibt es nicht, es kommt auf Deinen Einsatz an:

Modell Preis Federung ABE Meine Testnote
KuKirin G2 Pro ABE ca. 454 € vorne + hinten ja 8,7
Ausom L1 ABE unter 500 € vorne + hinten ja Zum Test →
Finbike T4 unter 440 € vorne + hinten ja Zum Test →

Alle drei sind vollgefederte ABE-E-Scooter um oder unter 500 Euro, jeder mit eigenen Stärken und Schwächen. Der KuKirin G2 Pro ABE glänzt mit dem sehr kurzen Bremsweg, dem großen 748-Wh-Akku und dem herausragenden Faltmechanismus, schwächelt aber beim Display in der Sonne und ist mit 22,3 Kilo kein Leichtgewicht. Der Ausom L1 ABE überzeugt mit ausgewogenem Fahrverhalten und guter Ausstattung, ist dafür etwas nüchterner gestaltet. Der Finbike T4 ist die günstigste Option und bringt viel Federung fürs Geld, spart dafür an anderer Stelle. Welcher zu Dir passt, entscheidest Du am besten anhand Deiner Prioritäten. Alle Werte und weitere Modelle stehen tagesaktuell im E-Scooter Finder.

Häufige Fragen zum KuKirin G2 Pro ABE

Wie weit kommt der KuKirin G2 Pro ABE wirklich?

In meinem Test 53 Kilometer, gemessen bei 100 Kilo auf flacher Stadtrunde. Die Herstellerangabe von 65 Kilometern gilt für 65 Kilo und Idealbedingungen.

Schafft der KuKirin Steigungen?

Ja, und zwar besser als erwartet. An der 12,6-Prozent-Rampe hält er konstante 17 km/h, am zwei Kilometer langen Weinberg mit bis zu 15 Prozent ist er nie unter 14 km/h gefallen, ganz ohne Überhitzen.

Wie gut bremst der G2 Pro ABE?

Sehr gut. 2,20 Meter Bremsweg aus 20 km/h, das sind rund 7,0 m/s² Verzögerung und damit weit über der eKFV-Vorgabe von 3,5 m/s². Ein ABS hat er aber nicht.

Hat der KuKirin G2 Pro ABE einen Gehmodus?

Ja, mit vier Stufen (0 bis 3), obwohl der Hersteller das nicht angibt. Im Gehmodus blinkt das Rücklicht bei Dunkelheit als Warnsignal.

Ist der KuKirin G2 Pro ABE in Deutschland zugelassen?

Ja, er hat die gültige ABE P605 vom KBA. Du brauchst ein Versicherungskennzeichen, dann darfst Du auf Straße und Radweg fahren.

Gibt es eine App?

Nein. Die Hersteller-App unterstützt nur zwei andere Modelle, der G2 Pro ABE hat keine Konnektivität. In der Preisklasse ist das aber kein echter Mangel.

Preis-Leistung

Zum Aktionspreis von rund 454 Euro bekommst Du beim KuKirin G2 Pro ABE eine Ausstattung, die man in dieser Klasse selten so vollständig sieht: Vollfederung, ein 748-Wh-Akku, zwei Scheibenbremsen, Bremslicht und gültige ABE. Dafür gibt es von mir eine glatte 9,0 in der Preis-Leistung. Die Sparmaßnahmen stecken im Detail, beim Display und beim fehlenden Blinker, nicht bei den Dingen, die fahrdynamisch zählen. Wie viel ein E-Scooter fürs Geld bieten sollte, ordne ich im Ratgeber E-Scooter Preis-Leistung ein.

So habe ich getestet: meine Messmethodik

Typenschild mit FIN am KuKirin G2 Pro ABE
Typenschild mit FIN, die Grundlage für ABE und Versicherungskennzeichen.

Alle Werte in diesem Bericht stammen aus meinem eigenen Test, nicht aus dem Prospekt. Ich fahre immer mit 100 Kilo Systemgewicht, festem Reifendruck auf Herstellerempfehlung und auf meiner festen Runde. Die Reichweite rechne ich per Wattmeter hoch, statt den Akku leerzufahren. Die Steigung messe ich an einer festen Rampe mit 12,6 Prozent, per Neigungsmesser belegt. Den Bremsweg nehme ich aus vollen 20 km/h mit Startmarkierung und Maßband, drei Versuche, Mittelwert, und ordne ihn über die Verzögerung an der eKFV-Vorgabe von 3,5 m/s² ein. Die Beschleunigung messe ich in drei Läufen von 0 auf 20 km/h. Den kompletten Ablauf findest Du unter Testverfahren für E-Scooter.

Fazit: Lohnt sich der KuKirin G2 Pro ABE?

Meine Empfehlung: Der KuKirin G2 Pro ABE ist ein rundum gelungener Kompakt-Hybrid für Pendler und Freizeitfahrer, die auf gemischtem Terrain unterwegs sind und Wert auf echte Straßenzulassung legen. Seine größten Stärken sind der starke Antrieb mit ehrlicher Bergleistung, die überraschend kurze Bremsleistung, der große Akku und der beste Faltmechanismus in meinem Testfeld. Dazu kommt das seltene Bremslicht. Die Schwächen, das sonnenschwache Display und das kompakte Trittbrett, sind im Alltag verschmerzbar und typische Kompromisse der Preisklasse.

Für rund 454 Euro bekommst Du hier deutlich mehr E-Scooter, als der Preis vermuten lässt. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung und die Gesamtnote 8,7 (Sehr gut).

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Alexander Haselhoff

Alexander Haselhoff ist Gründer von eBike-Crew.de und testet E-Bikes und E-Scooter selbst, über Tage bis Wochen und nach einem festen Ablauf. Reichweite misst er mit dem Wattmeter, Bremswege mit dem Maßband, Steigfähigkeit an festen Rampen, im Alltag statt auf dem Parkplatz. Was in seinen Ratgebern steht, stammt aus diesen Messungen und aus dem Vergleich von hunderten Modellen, nicht aus Hersteller-Prospekten. Modelle, die er nicht selbst fährt, kennzeichnet er offen als Produktcheck. Mehr zu seiner Methodik und seinem YouTube-Kanal Alex testet findest Du auf seiner Autorenseite.

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