E-Bikes

iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike Test: Bewertung und Erfahrungen aus dem Praxistest, 624 Wh und 81 km Reichweite für unter 900 Euro

Einzeltest mit eigener Messmethodik, alle Werte selbst gefahren. Note 8,3/10, klarer Preis-Tipp.

Der Heckmotor schiebt mich die steile Weinberg-Rampe noch mit 17 km/h hinauf, und das mit meinen 100 kg im Sattel. Dazu 624 Wh, fette 26 × 4,0″-Reifen, Federgabel mit Lockout und ein Tiefeinstieg, alles für 878 Euro. Genau diese Kombination hat mich stutzig gemacht, bevor ich das erste Mal aufgestiegen bin. Bei dem Preis muss iScooter irgendwo sparen, das war mir klar. Die Frage war nur: Wo, und tut es im Alltag weh? Ich habe das M60 über meine feste Teststrecke gejagt, an zwei Weinberg-Rampen, am Neckar entlang, auf leichten Trails und auf Waldwegen. Und ganz ehrlich, so ein Fatbike zu fahren macht einfach Laune: Die dicken Reifen bügeln fast alles weg, es rollt satt wie nichts anderes, und cool sieht es obendrein aus. Was dabei rauskam, hat meine Erwartung an ein Fatbike unter 900 Euro ordentlich verschoben.

Alexander testet das iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike in den Stuttgarter Weinbergen
Das iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike erreicht in meinem Praxistest die Gesamtnote 8,3 von 10 (Sehr gut). | Foto: eBike-Crew.de
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Wie ich arbeite

Ich teste E-Bikes privat schon seit 2018, mit eigener Messmethodik: Wattmeter für die Reichweite, feste Steigungsrampen, Bremsweg-Messung. eBike-Crew.de gibt es seit 2025, darüber bündele ich diese Tests und meine Vergleichsdaten öffentlich. Du findest hier sowohl meine eigenen, selbst gefahrenen Tests mit Messdaten als auch den E-Bike-Finder zum Vergleichen und Filtern. Ob ein Artikel ein eigener Test ist, kennzeichne ich klar.

Herstellerbeziehung in diesem Artikel

Zwischen mir und iScooter besteht eine Affiliate-Partnerschaft (über das Awin-Netzwerk). Der Hersteller hat mir das E-Bike als Testmodell zur Verfügung gestellt. Getestet habe ich es ausführlich nach meiner eigenen Messmethodik. Auf die Bewertung hat das keinen Einfluss: Die Note ergibt sich allein aus den Messdaten und meinem Bewertungssystem.

Einnahmequellen

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Kurz vorweg, damit du weißt, worauf du dich einlässt: Das M60 ist kein wendiges Stadtflitzer-Rad. Es ist ein schweres, sattes Fatbike-Trekkingrad, das auf Komfort und Grip ausgelegt ist, nicht auf Agilität. In meinem Test holt es 81 km Reichweite, nimmt selbst die steile 8,1-Grad-Rampe noch mit rund 17 km/h und bremst aus 25 km/h im Schnitt nach 3,24 m. Dafür schleppt es 34,5 kg Stahl mit sich herum und ist ab Werk nicht ganz StVZO-fertig. Unterm Strich landet es bei mir auf einer 8,3 von 10. Warum, und für wen sich das lohnt, schlüssele ich dir hier ehrlich auf. Mehr Modelle, umfangreiche Ratgeber, News und einen direkten Preisvergleich findest du jederzeit auf eBike-Crew.de.

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Über mich als E-Bike-Tester

Blick über Lenker und Display des iScooter M60 bei einer Testfahrt durch die Weinberge
Auf meiner festen Teststrecke durch die Weinberge. Genau hier liegen auch die beiden Steigungsrampen, an denen jedes E-Bike bei mir ran muss. | Foto: eBike-Crew.de

Ich bin Alexander, fahre und teste E-Bikes seit 2018 und nehme sie nicht auf dem Parkplatz auseinander, sondern im echten Leben. eBike-Crew.de gibt es seit 2025. Bei mir heißt das: meine 100 kg auf den Sattel, fester Reifendruck, immer dieselbe Mischrunde, und am Berg die zwei Weinberg-Rampen, die ich für jedes Bike abfahre. Fatbikes hatte ich schon einige unter mir, von leicht und überteuert bis schwer und billig. Das M60 ist für mich interessant, weil es ein vollwertiges Trekking-Konzept auf dicke Reifen stellt und trotzdem unter 900 Euro bleibt. Genau bei solchen Rädern lohnt der ehrliche Blick am meisten: Wo steckt echtes Können drin, wo nur ein günstiger Preis? Meine Note kommt am Ende nicht aus dem Bauch, sondern aus den Messwerten und meinem festen Bewertungssystem. Wie genau ich messe und mit welchen Geräten, steht in meinem Testverfahren für E-Bikes, und mehr zu mir und dem Portal findest du auf meiner Über-mich-Seite.

Produktübersicht: Das iScooter M60 im Überblick

Das M60 positioniert iScooter als Fatbike-Trekkingrad, also als Allrounder für Alltag, Feldweg und leichtes Gelände, getragen von 26 × 4,0″-Reifen und einem Tiefeinsteiger-Stahlrahmen. Der Antrieb ist ein Heck-Nabenmotor mit 250 W Nenndauerleistung, dazu ein entnehmbarer 624-Wh-Akku, eine Federgabel mit Lockout und ein gefederter Sattel. Preislich liegt es mit 878 Euro deutlich unter dem, was vergleichbar ausgestattete Fatbikes etablierter Marken kosten. Den Streichpreis von 1.299 Euro, den iScooter im Shop nennt, würde ich nicht als echten Marktwert lesen, sondern als Anker. Der reale Straßenpreis ist die 878 Euro, und an denen messe ich.

iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike am Neckar in der Dreiviertelansicht
Das M60 am Neckar: wuchtiger Auftritt, sauber in den Rahmen gelegter Akku, fette Stollenreifen. Optisch macht es mehr her, als der Preis vermuten lässt. | Foto: eBike-Crew.de

Highlights:

  • Kräftiger, souveräner Antrieb: nimmt die 7,1-Grad-Rampe locker mit 23 km/h und schafft selbst die steile 8,1-Grad-Referenz noch mit rund 17 km/h
  • 624-Wh-Akku, entnehmbar: 81 km Reichweite im Test, abschließbar (2 Schlüssel), innen wie außen ladbar
  • Sattes, komfortables Fahrwerk: Federgabel mit 100 mm Federweg und Lockout, gefederter Sattel, voluminöse 26 × 4,0″-Reifen
  • Kurzer, standfester Bremsweg: 3,24 m aus 25 km/h im Schnitt, kein Fading auch bei langen Abfahrten
  • Bequemer Tiefeinsteiger: kein Oberrohr, leichter Auf- und Abstieg, nutzbar ab etwa 1,60 m Körpergröße
  • Viel Alltagsausstattung fürs Geld: komplette Schutzbleche, stabiler Gepäckträger, massiver Ständer und Pumpe serienmäßig, alles für unter 900 Euro

E-Bike Academy: Kurz erklärt fürs M60

Lektion 1: Was ist ein Fatbike-Trekkingrad?

Das Fatbike-Trekking nimmt das Trekking-Konzept, also den Allrounder für Tour und Alltag, und stellt es auf besonders breite Reifen (hier 26 × 4,0 „). Was das bringt:

  • Viel Grip und Laufruhe auf Schotter, Feld, Wald und losem Untergrund
  • Spürbar mehr Komfort, weil das Reifenvolumen Schläge schluckt
  • Robuster, satter Auftritt, oft mit Tiefeinstieg und Federgabel
  • Der Preis dafür: hohes Gewicht und weniger Wendigkeit als ein schmales Stadtrad

⚙️ Heck-Nabenmotor und Trittfrequenzsensor

Das M60 fährt mit einem Heck-Nabenmotor und einem Trittfrequenzsensor. Heißt konkret:

  • Nabenmotor hinten: sitzt im Hinterrad, schiebt direkt an wie ein Heckantrieb, gute Traktion beim Anfahren
  • Trittfrequenzsensor: erkennt, ob du trittst, und schaltet die Unterstützung dazu. Günstiger als ein Drehmomentsensor, spricht aber beim Anfahren etwas verzögert an
  • Drehmomentsensor (teurer): misst, wie kräftig du trittst, und regelt proportional. Den gibt es realistisch erst ab rund 900 bis 1.000 Euro, etwa beim Touroll MA2

🔋 Akku und Reichweite verstehen

Der Akku hat 624 Wattstunden (Wh). Diese Zahl sagt dir mehr als „Ah“ oder „Volt“, weil sie direkt die gespeicherte Energie angibt.

Faustregel: Pro 10 Wh kommst du grob 1 bis 1,5 km weit. Beim schweren Fatbike eher am unteren Rand. In meinem Test waren es 81 km auf flachem Profil mit 100 kg Fahrergewicht.

Warum Herstellerangaben fast immer höher liegen, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber zur E-Bike-Reichweite.

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Ich habe das M60 selbst getestet: 81 km Reichweite, Note 8,3. Mit Code ISC8% jetzt 8% extra, rund 808 statt 878 Euro. Gültig bis 1. August.

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Technische Daten und Produktdetails

Motor und Antrieb

Im Hinterrad sitzt ein Nabenmotor mit 250 W Nenndauerleistung, so steht es auf dem Zulassungsaufkleber. Die angegebene Spitzenleistung von 750 W halte ich für plausibel, der Motor fühlt sich physisch kräftig an. Das Spitzendrehmoment schätze ich nach meinem Fahreindruck auf rund 75 Nm. Das ist ausdrücklich keine belastbare Herstellerangabe, sondern meine Einordnung. Mehr Hintergrund zu Motorwerten und was Newtonmeter im Alltag bedeuten, steht in meinem E-Bike-Motor-Ratgeber.

Heck-Nabenmotor und Kassette des iScooter M60 Fatbike in Nahaufnahme
Der Heck-Nabenmotor des M60. Direkter Schub beim Anfahren, dazu die Shimano-Tourney-Kassette am Hinterrad. | Foto: eBike-Crew.de

Die Unterstützung geht bis 25 km/h, das M60 ist als Pedelec eingestuft. Es gibt fünf Unterstützungsstufen, die sich nach der Motorleistung staffeln. Praktisch wichtiger: Auch in der niedrigsten Stufe regelt der Motor erst bei 25 km/h ab, du wählst also eher die Kraft als das Tempolimit.

Shimano Tourney 7-Gang-Schaltung am iScooter M60 in Nahaufnahme
Shimano Tourney, 7 Gänge, Kettenschaltung. Einstiegsklasse, im Test aber sauber und ohne Haken. | Foto: eBike-Crew.de

Geschaltet wird über eine Shimano Tourney mit 7 Gängen. Das ist Einstiegsklasse, keine Frage. Für den Einsatzzweck reicht sie aber völlig: Der Ganganzeiger ist gut ablesbar, und im Test hat die Schaltung sauber gegriffen, ohne Springen oder Haken. Dass an einem 878-Euro-Bike überhaupt eine echte Shimano-Kettenschaltung hängt und kein namenloser Billigkram, ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich und spricht klar für das M60.

LCD-Display des iScooter M60 mit Geschwindigkeit, Akkustand und Unterstützungsstufe
Das Display zeigt Tempo, Akkustand, Stufe und Distanz. Auch bei Sonne gut ablesbar, ansonsten schlicht, wie in der Preisklasse zu erwarten. | Foto: eBike-Crew.de

Das Display ist auch bei Sonne gut ablesbar, die Bedienung übersichtlich. Schnickschnack gibt es keinen, aber das vermisse ich an so einem Rad auch nicht. Tempo, Akku, Stufe, Distanz, fertig.

Stolliges 26x4,0-Zoll-Fatbike-Profil des iScooter M60 in der Hand
Die 26×4,0″-Reifen mit stolligem Allterrain-Profil. Viel Volumen, viel Grip, das Fundament für den Komfort. | Foto: eBike-Crew.de

Das Fahrwerk ist doppelt gefedert: vorne eine Federgabel mit 100 mm Federweg und Lockout, hinten ein gefederter Sattel. Dazu die 26 × 4,0″-Reifen mit stolligem Allterrain-Profil. Der Rahmen ist aus Stahl, als Tiefeinsteiger geschnitten. Stahl ist günstig und stabil, kostet aber Gewicht. Warum das Material bei einem 878-Euro-Bike Sinn ergibt und wo seine Grenzen liegen, ordne ich in meinem Ratgeber zu E-Bike-Rahmen ein.

Zulassungsaufkleber des iScooter M60 mit CE-Kennzeichnung und 250 Watt Angabe
Der Zulassungsaufkleber: 250 W Nenndauerleistung, CE-Kennzeichnung, EN 15194. Die Basis-Zertifizierung ist da. | Foto: eBike-Crew.de

Meine Bewertung des iScooter M60

Viel Fatbike fürs Geld, mit zwei, drei ehrlichen Haken

Nach mehreren Testfahrten in Stadt, Feld und Wald kann ich das M60 klar einordnen: Es ist kein Leichtgewicht und kein Bergspezialist, aber es liefert für 878 Euro eine Menge echtes E-Bike. Stark ist es bei Antrieb, Reichweite, Komfort und Bremsweg. Schwächer beim Gewicht, der mechanischen Bremse im Detail und der nicht ganz vollständigen StVZO-Ausstattung. Die fünf Kategorie-Noten und die Gesamtnote stammen aus meinem Bewertungssystem, die typabhängige Gewichtung für Fatbike-Trekking ist eingerechnet.

Alltagstauglichkeit
6,8/10
Antrieb & Reichweite
8,9/10
Fahrverhalten & Komfort
7,9/10
Preis-Leistung
9,5/10
Sicherheit
8,1/10

Gesamtbewertung:

8,3/10

🏆 Mein Preistipp in der Fatbike-Trekking-Klasse unter 900 Euro

Sehr gut: Ungewöhnlich viel Antrieb, Reichweite und Komfort fürs Geld

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In meinem E-Bike-Finder kannst du nach Typ, Preis, Akku, Motor und Reichweite filtern, Modelle direkt vergleichen und meine Einschätzungen nachlesen. Praktisch, wenn du noch zwischen mehreren Rädern schwankst.

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Fahreigenschaften und Detailanalyse

Motor, Anfahren und Steigfähigkeit

Hier hat mich das M60 am meisten überrascht. Für die Steigung fahre ich bei mir in den Weinbergen zwei feste Rampen, die ich bei jedem Bike nehme. Rampe 1 misst 7,1 Grad, also rund 12,5 Prozent. Die hat das M60 bei ganz lockerem Mittreten mit 23 km/h gehalten. Kein Kämpfen, kein Einbrechen, einfach hoch. Super Fahrgefühl.

Digitales Neigungsmessgerät zeigt rund 7 Grad an der Teststrecke des iScooter M60
Mein Messgerät an der ersten Rampe: rund 7,1 Grad, also etwa 12,5 Prozent. Hier hielt das M60 locker 23 km/h. | Foto: eBike-Crew.de

Spannender wird Rampe 2: 8,1 Grad, gut 14,2 Prozent. Das ist für fast jedes E-Bike auf Strecke eine echte Hürde, und genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen. Das M60 brauchte etwas mehr Mittreten, hielt dann aber immer noch rund 17 km/h. Mit meinen 100 kg im Sattel ist das ein richtig guter Wert. Viele Räder dieser Preisklasse fallen hier auf Schritttempo zurück.

Neigungsmessgerät an der steilen 8,1-Grad-Referenzrampe im iScooter M60 Test
Die steile Referenzrampe mit 8,1 Grad. Hier hielt das M60 mit 100 kg Fahrergewicht noch rund 17 km/h. | Foto: eBike-Crew.de

Das Anfahrverhalten ist das einzige Aber beim Antrieb. Verbaut ist ein Trittfrequenzsensor, kein Drehmomentsensor, und den merkst du. An der Ampel braucht es ein, zwei Kurbelumdrehungen, bis der Schub da ist, du trittst kurz ins Leere, dann kommt die Unterstützung. Noch deutlicher wird es, wenn du am Berg stark abbremsen musstest, etwa vor einer Kurve in der Steigung, und dann wieder anfahren willst: Da vergeht ein kurzer Moment, bis die Unterstützung erneut greift, und genau die fehlt dir am steilen Stück am ehesten. Das ist typisch Trittfrequenzsensor und kein Defekt. Ist die Unterstützung erst mal da, regelt sie sauber und harmonisch, progressiver, gut dosierter Kraftaufbau, kein aggressives Losreißen, kein Nachschieben. Im Rollen merkst du vom Sensortyp nichts mehr. Wer von einem Drehmomentsensor kommt, spürt den Unterschied also klar, aber im Alltag gewöhnst du dich schnell daran und trittst einfach einen Tick früher an.

Akku und Reichweite in der Praxis

iScooter nennt bis zu 105 km. Das ist der Labor-Bestfall, gemessen mit 75-kg-Fahrer, eben und bei 32 Grad. Mein Wert sieht anders aus, und das mit Absicht. Für die Reichweite bin ich meine flache Praxisrunde direkt vor der Haustür gefahren, am Neckar entlang, 38,25 km mit nur 112 Höhenmetern. Meine Weinbergrunde lasse ich für die Reichweite bewusst außen vor. Dort fahre ich wiederholt Steigungen, also dieselben steilen Rampen immer wieder hoch, um die Grenzen des Antriebs auszureizen, und gerade für die Videoaufnahmen nehme ich die gleiche Anfahrt mehrfach aus verschiedenen Perspektiven. Das sind extrem steile Stücke, da zieht jedes E-Bike den Akku ratzfatz leer. Als Reichweitenwert wäre das schlicht unfair und nicht das, was du im echten Leben fährst, denn um einen Berg hochzukraxeln, ist so ein schweres Fatbike ohnehin nicht gemacht. Deshalb zählt hier die relativ flache Runde, die die allermeisten von euch tatsächlich fahren werden.

Gemessen habe ich den Verbrauch mit einem Shelly. Das ist ein kleines, smartes Strommessgerät, das ich zwischen Steckdose und Ladegerät hänge und das mir aufs Watt genau anzeigt, wie viel Energie nach der Runde wieder in den Akku geflossen ist. Welche Geräte ich genau nutze und wie ich rechne, steht in meinem Testverfahren für E-Bikes. Konkret beim M60: 326 Wh nachgeladen für 38,25 km. Mit meinem festen Ladewirkungsgrad von 0,90, also rund 10 Prozent Ladeverlust, bleiben etwa 293 Wh, die wirklich im Akku gelandet sind. Das sind rund 7,7 Wh/km. Auf den vollen 624-Wh-Akku gerechnet ergibt das eine Reichweite von rund 81 km. Zur Kontrolle habe ich die Ruhespannung im Stand abgelesen, 54,6 V voll, am Ende 49,9 V, das deckt sich sauber mit der Shelly-Messung. Rechnest du stur an der Steckdose ohne Wirkungsgrad-Korrektur, landest du bei rund 73 km. Beides gilt fürs flache Profil. An Steigungen und unter Volllast geht es runter.

Ehrlich eingeordnet: Mein 81-km-Wert ist nicht eins zu eins mit der 105-km-Werbung vergleichbar. Ich wiege 100 kg statt der 75 kg des Hersteller-Referenzfahrers, und meine Mischrunde ist keine genormte Referenzstrecke. Beides sind Praxiswerte aus echtem Fahren, kein Laborergebnis. Genau deshalb sind sie für dich aussagekräftiger als die Hochglanzzahl. 81 km mit einem schweren Fatbike und einem schweren Fahrer sind ein richtig ordentlicher Wert.

Entnahme des entnehmbaren Akkus am iScooter M60 Fatbike
Akku-Entnahme am M60: werkzeuglos, abschließbar mit zwei Schlüsseln, innen wie außen ladbar. | Foto: eBike-Crew.de

Der Akku selbst gehört zu den Stärken. 624 Wh nominal, nutzbar rund 612 Wh laut Label, entnehmbar, abschließbar mit zwei Schlüsseln, drinnen wie draußen ladbar. Du musst das schwere Rad also nicht zur Steckdose schleppen. Optisch ist die Einheit sauber in den Rahmen gelegt und sitzt bombenfest, kein Spiel, kein Wackeln. Die Ladezeit gibt iScooter mit 5 bis 6 Stunden an. Bei mir waren es mit dem 2-A-Lader eher 6 bis 7 Stunden. Für ein Rad, das meist über Nacht lädt, ist das im Alltag kein Thema.

In den Rahmen integrierter Akku des iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike
Der 624-Wh-Akku liegt sauber im Tiefeinsteiger-Rahmen und sitzt ohne Spiel. | Foto: eBike-Crew.de

Komfort und Fahrverhalten

Komfort ist die zweite große Stärke. Die Federgabel mit 100 mm und Lockout bügelt grobe Schläge weg, dazu der gefederte, gut gepolsterte Sattel und die fetten Reifen, die mit ihrem Volumen ordentlich schlucken. Auf Kopfsteinpflaster, Feldweg und schlechtem Asphalt liegt das M60 satt und ruhig. Auch mit meinen 100 kg keine Sitzprobleme, kein Durchschlagen. Auf wirklich gutem Asphalt sperrst du die Gabel per Lockout, dann geht weniger Tretkraft im Federn verloren. Dieses satte, fast schwebende Fahrgefühl ist für mich der eigentliche Reiz am Fatbike: Es fühlt sich schlicht anders an als ein City- oder Trekkingrad, und nach den ersten Metern willst du gar nicht mehr absteigen.

Gefederter, gepolsterter Sattel des iScooter M60 Fatbike
Der gefederte, gut gepolsterte Sattel. Zusammen mit Federgabel und Fettreifen sorgt er für viel Komfort. | Foto: eBike-Crew.de

Beim Fahrverhalten kommt dann die Kehrseite des Konzepts. Das M60 liegt laufruhig und spurtreu, leichte Trails meistert es ohne Murren, das habe ich im Wald ausprobiert. Aber die 34,5 kg, vor allem durch den Stahlrahmen, machen sich bemerkbar. In engen Kurven und beim Rangieren wirkt es eher träge als agil. Das ist kein Mangel, das ist die Natur eines schweren Fatbikes. Du solltest nur wissen, dass du hier kein flinkes Stadtrad kaufst, sondern einen satten Gleiter.

Federgabel mit Lockout am iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike
Die Federgabel hat 100 mm Federweg und einen Lockout zum Sperren auf glattem Asphalt. | Foto: eBike-Crew.de
iScooter M60 Fatbike auf einem Waldweg im Praxistest
Auf Waldwegen spielt das M60 seine Stärke aus: Grip und Laufruhe satt. | Foto: eBike-Crew.de

Verarbeitung und Ausstattung

Die Alltagsausstattung ist für den Preis üppig. Komplette Schutzbleche vorn und hinten, ein stabiler Gepäckträger mit rund 25 kg Traglast laut Hersteller, ein massiver, höhenverstellbarer und standfester Seitenständer, dazu Pumpe und Werkzeug serienmäßig. Die Schutzbleche sind allerdings aus Kunststoff, nicht aus Alu. Leicht und rostfrei, dafür weniger wertig in Anmutung und Steifigkeit. Ein Detail, das den Preis erklärt.

Kunststoff-Schutzblech des iScooter M60 in der Hand
Die Schutzbleche sind vollständig, aber aus Kunststoff. Leicht und korrosionsfrei, dafür weniger steif als Alu. | Foto: eBike-Crew.de
Stabiler Gepäckträger des iScooter M60 mit Traglastangabe
Der Gepäckträger ist stabil und trägt laut Hersteller rund 25 kg. Praktisch für Taschen und Einkauf. | Foto: eBike-Crew.de

Eine echte Klingel fehlt ab Werk. Stattdessen gibt es eine Hupe, die mir schlicht zu laut ist und eher nervt. Ich würde für ein paar Euro eine normale Klingel nachrüsten, das ist eine Kleinigkeit. Der Tiefeinstieg dagegen ist ein dickes Plus: kein Oberrohr, leichter Auf- und Abstieg, nutzbar über einen breiten Größenbereich. Sattelhöhe 87 bis 107 cm, geeignet ab etwa 1,60 m, Zuladung bis 150 kg System, also bis rund 120 kg Fahrergewicht plus Gepäck. Damit ist das M60 auch für schwerere Fahrer eine ernste Option, mehr dazu in meinem XXL-Ratgeber für E-Bikes bis 180 kg.

Tiefer Durchstieg des iScooter M60 Tiefeinsteiger-Rahmens
Echter Tiefeinsteiger ohne Oberrohr. Auf- und Absteigen geht leicht, auch bei eingeschränkter Beweglichkeit. | Foto: eBike-Crew.de

Bremsen und Sicherheit

Der Bremsweg hat mich positiv überrascht. Aus konstant 25 km/h auf trockenem Asphalt habe ich drei Bremsungen gemessen: 3,22 m, 3,26 m, 3,24 m. Macht im Schnitt 3,24 m. Das ist ein kurzer, sicherer Wert. Noch wichtiger: Auch bei langen Abfahrten mit wiederholtem Bremsen aus über 40 km/h gab es kein Fading, also kein Nachlassen der Bremskraft. Für einen mechanischen Single-Piston-Anker ist das beachtlich.

Bremsweg-Messung mit Zollstock am iScooter M60 in den Weinbergen
Bremsweg-Test mit dem M60: Zollstock am Boden, Startmarkierung, drei Bremsungen aus 25 km/h. Schnitt 3,24 m. | Foto: eBike-Crew.de

Die Kehrseite liegt im Gefühl, nicht im Weg. Verbaut ist ein mechanischer Single-Piston-Scheibenbremssattel ohne Markenaufdruck, 160-mm-Scheiben vorn und hinten, per Seilzug betätigt. Er packt gut zu und verzögert sicher, verlangt aber bauartbedingt spürbar mehr Handkraft als eine Hydraulik und lässt sich weniger feinfühlig dosieren. Auf längeren Touren und vor allem bei längeren Abfahrten merkst du das in den Händen und Unterarmen, weil du dauerhaft kräftiger am Hebel ziehen musst. Nach kurzem Einbremsen ist die volle Wirkung da. Ein klarer Pluspunkt der Mechanik: Du kannst sie selbst nachstellen und musst nicht in die Werkstatt.

Mechanischer Seilzug-Bremssattel des iScooter M60 in Nahaufnahme
Mechanischer Single-Piston-Sattel, per Seilzug betätigt. Sicher, aber mit mehr Handkraft als eine Hydraulik. | Foto: eBike-Crew.de

Bei der Beleuchtung wird es gemischt. Die Frontlampe ist sehr hell und flackert nicht, da gibt es nichts zu meckern. Das Rücklicht leuchtet zwar gut, ist aber ein Batterielicht, also nicht über den Bordstrom des Akkus gespeist. Eine Bremslichtfunktion fehlt entsprechend. Genau dafür ziehe ich Punkte ab, denn ein bordstromgespeistes Rücklicht ist im Alltag schlicht praktischer und sicherer.

Helle LED-Frontlampe des iScooter M60 eingeschaltet
Die Frontlampe ist richtig hell und flackerfrei. Hier hat iScooter nicht gespart. | Foto: eBike-Crew.de
Roter Reifenreflektor des iScooter M60 in der Hand
Das Rücklicht muss von Hand an- und ausgemacht werden (mit Batterie). Für volle StVZO-Konformität fehlt ein zweiter Reifenreflektor. Eine Kleinigkeit, aber nötig. | Foto: eBike-Crew.de

Beim Thema StVZO ist das M60 nur teilweise fertig. CE-Kennzeichnung und EN 15194 sind vorhanden, das Rücklicht hat einen Z-Reflektor, aber die Reifen tragen nur einen Reflektor.

Nur ein Reflektor. Der zweite muss selbst nachgerüstet werden.

Für volle Konformität musst du einen zweiten nachrüsten. Eine Kleinigkeit für ein paar Cent, aber sie gehört ehrlich gesagt. Was beim E-Bike StVZO-Pflicht ist und was nicht, steht in meinem Ratgeber zur E-Bike-Ausstattung und StVZO. Der Stahlrahmen mit Federgabel und die fetten Reifen sorgen ansonsten für einen steifen, spurtreuen Lauf.

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Externe Stimmen und Erfahrungen aus der Community

Ein unabhängiger Labortest etwa von Stiftung Warentest oder ElektroRad liegt deshalb bisher nicht vor, und reine Hersteller-Ersteindrücke „schreibe“ ich bewusst nicht nach. Aussagekräftiger sind für mich ohnehin die Stimmen aus Fatbike-Foren und E-Bike-Communitys, wo Leute ihre eigenen Räder über Wochen und Monate fahren und ungeschönt berichten.

Der Tenor dort deckt sich mit meinem Testeindruck: Gelobt werden der satte, kräftige Antrieb, der Komfort der dicken Reifen und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kritisiert werden dieselben Punkte, die auch mir aufgefallen sind, vor allem das hohe Gewicht und die mechanischen Bremsen, die mehr Handkraft verlangen. Und wer ein leichtes, wendiges Stadtrad für kurze Wege erwartet, wird mit dem M60 nicht glücklich. Da sind sich die Community und ich einig. Sobald belastbare Langzeiterfahrungen über mehrere tausend Kilometer kursieren, ergänze ich sie hier.

Vor- und Nachteile im Überblick

✓ Vorteile

  • Kräftiger, souveräner Antrieb: 23 km/h an der 7,1-Grad-Rampe, noch rund 17 km/h an der steilen 8,1-Grad-Referenz
  • 81 km Reichweite im Test mit 100 kg, 624-Wh-Akku entnehmbar und abschließbar
  • Sattes, komfortables Fahrwerk: Federgabel mit Lockout, gefederter Sattel, 26×4,0″-Reifen
  • Kurzer Bremsweg von 3,24 m aus 25 km/h, kein Fading bei langen Abfahrten
  • Bequemer Tiefeinsteiger, nutzbar ab etwa 1,60 m, Zuladung bis 150 kg System
  • Viel Alltagsausstattung serienmäßig: Schutzbleche, Gepäckträger (25 kg), Ständer, Pumpe
  • Echte Shimano-Tourney-7-Gang-Schaltung, sehr starkes Preis-Leistungs-Verhältnis für 878 €

✗ Nachteile

  • Mechanische Single-Piston-Bremse: mehr Handkraft, weniger feine Dosierung als Hydraulik
  • Rücklicht nur als Batterielicht, kein Bordstrom, keine Bremslichtfunktion
  • Nicht ganz StVZO-fertig: zweiter Reifenreflektor muss nachgerüstet werden
  • Trittfrequenzsensor: leicht verzögertes Anfahren, vor allem nach dem Bremsen
  • Keine Klingel ab Werk, stattdessen eine zu laute Hupe (günstig nachrüstbar)
  • Hohes Gewicht von 34,5 kg (Stahlrahmen): schwer zu tragen, wenig wendig beim Rangieren

Vergleich mit der Konkurrenz

Damit du das M60 einordnen kannst, stelle ich es zwei Rädern gegenüber: dem Engwe E26, einem deutlich teureren Fatbike-Rivalen mit Hydraulikbremsen, und dem iScooter UcityS, das ich selbst getestet habe, als günstigerer City-Tiefeinsteiger ohne Fettreifen. So siehst du, was du beim M60 mehr und weniger bekommst.

Modell iScooter M60 Engwe E26 iScooter UcityS
Typ Fatbike-Trekking Fatbike-Trekking City-Tiefeinsteiger
Preis (ca.) 878 € rund 1.499 € rund 629 €
Akku 624 Wh, entnehmbar 768 Wh, entnehmbar 468 Wh, entnehmbar
Reifen 26×4,0″ Fat 26×4,0″ Fat 26 Zoll Straße
Bremsen mechanische Scheibe hydraulische Scheibe mechanische Scheibe
Federung Gabel + Sattel Gabel + Sattelstütze Federgabel
Gewicht 34,5 kg 34,5 kg (Alu) rund 28 kg
Schaltung Shimano Tourney 7 Shimano 7 Shimano Tourney 7

Mein Fazit aus dem Vergleich: Das Engwe E26 ist auf dem Papier das rundere Fatbike, vor allem wegen der hydraulischen Bremsen und des größeren 768-Wh-Akkus. Es kostet mit rund 1.499 Euro aber über 600 Euro mehr, also fast 70 Prozent Aufpreis gegenüber dem M60. Diesen Aufschlag muss man erst mal wollen, denn den größten Teil der Praxisqualität holt das M60 zum deutlich kleineren Preis. Das UcityS ist die Wahl, wenn du leichter, günstiger und rein in der Stadt unterwegs bist und auf Fettreifen und Gelände verzichten kannst. Wer Komfort, Grip und Reichweite zum kleinen Preis will, sitzt beim M60 richtig.

Häufige Fragen zum iScooter M60 (FAQ)

Wie weit komme ich mit dem M60 wirklich?

In meinem Test waren es 81 km, gemessen mit dem Shelly-Wattmeter auf flacher Strecke und mit 100 kg Fahrergewicht. iScooter nennt bis 105 km, das ist aber der Labor-Bestwert mit 75-kg-Fahrer bei 32 Grad. Im hügeligen Alltag oder mit Zuladung liegst du darunter.

Schafft das M60 auch steile Anstiege?

Ja, und zwar besser als die meisten Räder dieser Klasse. An meiner 7,1-Grad-Rampe hielt es locker 23 km/h, an der steilen 8,1-Grad-Referenz (rund 14 Prozent) noch etwa 17 km/h, jeweils mit meinen 100 kg. Für ein Pedelec ist das stark.

Wie gut bremst das M60?

Der Bremsweg lag im Schnitt bei 3,24 m aus 25 km/h, gemessen über drei Bremsungen auf trockenem Asphalt. Das ist kurz. Die mechanische Bremse braucht mehr Handkraft als eine Hydraulik, ließ sich im Test aber nicht aus der Ruhe bringen, auch bei langen Abfahrten kein Fading.

Ist das M60 ohne Nacharbeit StVZO-konform?

Nicht ganz. CE und EN 15194 sind erfüllt, die Frontlampe ist hell, aber das Rücklicht ist ein Batterielicht ohne Bremslicht, und an den Reifen fehlt ein zweiter Reflektor. Den solltest du für volle Konformität nachrüsten, das kostet wenige Cent.

Für welche Körpergröße und welches Gewicht passt das M60?

Die Sattelhöhe reicht von 87 bis 107 cm, geeignet ab etwa 1,60 m. Das zulässige Systemgewicht liegt bei 150 kg, also rund 120 kg Fahrer plus Gepäck. Durch den Tiefeinstieg ist das Auf- und Absteigen auch bei eingeschränkter Beweglichkeit leicht.

Wie lange lädt der Akku?

iScooter gibt 5 bis 6 Stunden an. Bei mir waren es mit dem mitgelieferten 2-A-Lader eher 6 bis 7 Stunden. Da der Akku entnehmbar ist, kannst du ihn bequem in der Wohnung laden, das schwere Rad muss nicht zur Steckdose.

Preis-Leistung im Marktvergleich

878 Euro für ein Fatbike-Trekkingrad mit 624-Wh-Akku, Federgabel, kräftigem Antrieb und kompletter Alltagsausstattung ist im aktuellen Markt ein scharfer Preis. Ein direkter Fatbike-Trekking-Rivale wie das Engwe E26 kostet rund 1.499 Euro, also über 600 Euro und damit fast 70 Prozent mehr. Klar bekommst du dort hydraulische Bremsen und einen etwas größeren Akku, aber diesen Aufpreis muss man erst mal rechtfertigen. Den UVP von 1.299 Euro nehme ich beim M60 nicht ernst. Real zahlst du 878 Euro, gelegentlich senken Aktionscodes den Preis noch in Richtung 810 bis 835 Euro. Solche Codes ändern sich ständig, verlass dich nicht darauf, aber nimm sie mit, wenn sie gerade laufen.

Das iScooter M60 bei meiner Fahrt am Neckar.

Was bekommst du fürs Geld? Einen Motor, der die steile Referenzrampe noch mit 17 km/h nimmt, einen Akku, der real auf 81 km kommt, und ein Fahrwerk, das satt und komfortabel über fast alles rollt. Gespart wird sichtbar bei der mechanischen Bremse, dem Batterie-Rücklicht und den Kunststoff-Schutzblechen. Das sind faire Kompromisse für die Preisklasse, keine Showstopper. Nach allem, was ich am Markt sehe, gibt es schlicht kein vergleichbares Fatbike-Trekkingrad mit dieser Ausstattung, das auch nur annähernd in diese Preisregion kommt. Genau deshalb vergebe ich in der Preis-Leistung eine 9,5 von 10. So viel echtes E-Bike fürs Geld findest du selten. Wo iScooter den niedrigen Preis hernimmt, ist klar: Direktvertrieb ohne Fachhandelsmarge, No-Name-Komponenten und ein auf das Nötigste reduzierter Service. Denselben Weg geht iScooter auch bei seinen günstigen City-Rädern, etwa beim iScooter UcityS, das ich als Preis-Tipp mit der Note 8,1 von 10 getestet habe.

Umfangreiches Datenblatt

Motortyp Nabenmotor hinten
Nennleistung 250 W (Dauerleistung lt. Zulassungsaufkleber)
Spitzenleistung 750 W
Drehmoment ca. 75 Nm (meine Schätzung, keine Herstellerangabe)
Sensortyp Trittfrequenzsensor
Unterstützung bis 25 km/h (Pedelec)
Unterstützungsstufen 5
Akkukapazität 624 Wh (48 V x 13 Ah), nutzbar ca. 612 Wh
Akku entnehmbar ja, abschließbar (2 Schlüssel)
Reichweite Hersteller bis 105 km (Bestfall: 75 kg, eben, 32 Grad)
Reichweite im Test 81 km (100 kg, flache Praxisrunde, Shelly-Wattmeter)
Ladezeit 5-6 h lt. Hersteller, im Test 6-7 h
Bremstyp mechanische Scheibenbremse, 160 mm v/h
Schaltung Shimano Tourney, 7 Gänge, Kette
Rahmen Stahl, Tiefeinsteiger
Federung Federgabel (100 mm, Lockout) + gefederter Sattel
Reifen 26×4,0″, stolliges Allterrain-Profil
Gesamtgewicht 34,5 kg
max. Systemgewicht 150 kg
geeignet ab Körpergröße 160 cm (Sattelhöhe 87-107 cm)
Fahrzeugklasse Pedelec 25 km/h
StVZO-konform teilweise (zweiter Reifenreflektor nachzurüsten)
Zertifizierung CE, EN 15194
Garantie 2 Jahre
Farben Tintenschwarz (Testmodell), Stahlblau, Weiß (ausverkauft)
Lieferumfang Schutzbleche v/h (Kunststoff), Gepäckträger, Pumpe, Werkzeug, Ladegerät, Anleitung
Preis 878 € (Streichpreis-UVP 1.299 €)
Hersteller / Quelle iScooter (iscooterglobal.de), Modelljahr 2026

So habe ich getestet: meine Messmethodik

Damit meine Werte zwischen verschiedenen Bikes vergleichbar bleiben, fahre ich bei jedem Test unter denselben Bedingungen: mein reales Gewicht von 100 kg im Sattel, fester Reifendruck über alle Messungen konstant (beim M60 19 PSI vorne, 20 PSI hinten), eine feste Mischrunde im normalen Alltags-Fahrstil, am Anstieg hochgestuft, sonst sparsam. Temperatur und Wetter notiere ich immer, hier waren es 26 Grad. Das Bike behandle ich als legale Pedelec-Variante bis 25 km/h, Auslands- oder Unlock-Werte fließen nicht ein.

Drei Dinge messe ich mit Geräten, der Rest wird an festen Leitwerten eingeschätzt. Die Reichweite ermittle ich mit dem Shelly-Wattmeter am Ladegerät: voll laden, feste Runde fahren, wieder voll laden und die nachgeladene Energie messen. Daraus rechne ich die Reichweite und den Verbrauch in Wh/km. Die Steigung messe ich an zwei festen Rampen, 7,1 und 8,1 Grad, mit dem digitalen Neigungsmessgerät, abgelesen und im Foto belegt. Den Bremsweg messe ich mit dem Zollstock: aus rund 25 km/h voll bremsen, drei Versuche, daraus der Mittelwert. Das Gewicht kommt von der Waage. Wie genau ich vorgehe und welche Geräte ich nutze, liest du auf meiner Seite zum Testverfahren für E-Bikes.

Blick über Lenker und Display des iScooter M60 unterwegs auf der Teststrecke
Unterwegs auf meiner Teststrecke. Genau so entstehen meine Messwerte, im echten Fahren mit Blick aufs Display, nicht am Schreibtisch. | Foto: eBike-Crew.de

Mein Fazit zum iScooter M60

Mein Fazit

Das iScooter M60 packt ein komplettes Fatbike-Trekking-Erlebnis in 878 Euro, und zwar ohne dass sich der Antrieb, der Komfort oder die Reichweite billig anfühlen. Im Gegenteil: An der steilen 8,1-Grad-Rampe noch 17 km/h, real 81 km Reichweite und ein Bremsweg von 3,24 m sind Werte, die ich von einem Rad dieser Preisklasse nicht erwartet hätte. Und ganz ehrlich, das Fahren macht einfach Laune: Die dicken Reifen federn so gut, dass sich das M60 völlig anders anfühlt als ein City- oder Trekkingrad, satt, ruhig und souverän, und cool aussehen tut es obendrein. Dafür musst du mit 34,5 kg Stahl, einer mechanischen Bremse mit etwas mehr Handkraft und einer kleinen StVZO-Lücke beim Reifenreflektor leben.

✓ Für wen ist das M60 geeignet?

Für preisbewusste Pendler und Freizeitfahrer, die ein komfortables, geländetaugliches Fatbike-Trekkingrad mit Tiefeinstieg unter 900 Euro suchen. Durch den niedrigen Einstieg auch bei eingeschränkter Beweglichkeit gut nutzbar, und dank 150 kg Systemgewicht eine ernste Option für schwerere Fahrer bis rund 120 kg.

✓ Größte Stärken:

Der souveräne, kräftige Antrieb mit super Fahrgefühl, die gute Reichweite von 81 km im Test, das satte, doppelt gefederte Fahrwerk und der kurze Bremsweg. Dazu eine Alltagsausstattung, die deutlich teurere Räder alt aussehen lässt.

✓ Wiegen die Schwächen das auf?

Nein. Das Gewicht ist beim Treppentragen lästig und kostet Wendigkeit, das Batterie-Rücklicht ohne Bremslicht ist ein echter Kritikpunkt, und der fehlende zweite Reifenreflektor gehört nachgerüstet. Alles zusammen sind das faire Kompromisse für 878 Euro, keine K.-o.-Kriterien. Für StVZO-Vollständigkeit investierst du einmalig ein paar Cent.

Meine Empfehlung:

Wenn du ein komfortables, kräftiges Fatbike-Trekkingrad mit Tiefeinstieg und großem Akku für unter 900 Euro willst und mit dem Gewicht sowie der mechanischen Bremse leben kannst, schlag zu. Wer ein leichtes, wendiges Stadtrad für kurze Wege sucht oder Wert auf hydraulische Bremsen und ein bordstromgespeistes Bremslicht legt, schaut besser woanders. Für das, was es kostet, liefert das M60 ungewöhnlich viel. Meine Endnote: 8,3/10, Sehr gut, mit klarem Preis-Tipp-Siegel.

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iScooter M60, Testnote: 8,3/10

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Mehr von iScooter

Mein zweites iScooter-E-Bike ist das iScooter UcityS, das schlanke City-Pedelec mit LED-Bremslicht. Ob du der Marke trauen kannst und wo sie spart, klärt mein iScooter-Marken-Check. Mehr Räder zum Vergleichen im E-Bike-Finder.

iScooter M60 Fat Tire Trekking E-Bike in der Seitenansicht vor Sonnenuntergang in den Weinbergen
Feierabend in den Weinbergen: Für mich gehört genau dieses Fahrgefühl zu einem guten Fatbike dazu. Das M60 liefert es für 878 Euro. | Foto: eBike-Crew.de

Alexander Haselhoff

Alexander Haselhoff ist Gründer von eBike-Crew.de und testet E-Bikes und E-Scooter selbst, über Tage bis Wochen und nach einem festen Ablauf. Reichweite misst er mit dem Wattmeter, Bremswege mit dem Maßband, Steigfähigkeit an festen Rampen, im Alltag statt auf dem Parkplatz. Was in seinen Ratgebern steht, stammt aus diesen Messungen und aus dem Vergleich von hunderten Modellen, nicht aus Hersteller-Prospekten. Modelle, die er nicht selbst fährt, kennzeichnet er offen als Produktcheck. Mehr zu seiner Methodik und seinem YouTube-Kanal Alex testet findest Du auf seiner Autorenseite.

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