SachsenRAD M5T E-MTB Fully





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Unsere Einschätzung zum SachsenRAD M5T E-MTB Fully
Produktcheck von Alexander Haselhoff · zuletzt geprüft am 13. April 2026
Ein No-Name-Motor an einem Fully für unter 3.000 Euro — klingt nach Risiko. Der XCruise V11 im SachsenRAD M5T ist kein Bosch, kein Shimano, kein Brose. Aber mit 110 Nm Drehmoment und 720 Wh Akkukapazität liefert er auf dem Papier Werte, die selbst Premium-Fullys in dieser Preisklasse nicht bieten. Die Frage ist: Hält das Gesamtpaket mit Magura-Bremsen, Shimano-Deore-Schaltung und Maxxis-Reifen, was die Spec-Liste verspricht — oder erkaufst du dir die Power mit Kompromissen bei Zuverlässigkeit und Service?
XCruise V11 — 110 Nm ohne Marken-Backup
Der XCruise V11 ist ein Mittelmotor (also am Tretlager montiert) mit 110 Nm Drehmoment. Das ist mehr als der Bosch Performance CX mit 85 Nm, der in den beiden Bulls-Alternativen steckt. In der Praxis bedeutet das: Steile Rampen und technische Uphills meistert der Motor mit spürbarer Reserve — auch bei niedrigen Trittfrequenzen bleibt der Vortrieb stabil. Die Kehrseite: XCruise hat kein flächendeckendes Service-Netz in Deutschland. Wenn der Motor nach der Garantie ein Problem hat, wird die Ersatzteilsuche aufwändiger als bei Bosch oder Shimano, wo jeder Fahrradhändler Zugang zum Ökosystem hat.
720 Wh — Ausdauer für lange Trail-Tage
Der 720-Wh-Akku gehört zu den größten im Segment unter 4.000 Euro. Realistisch sind damit 30 bis 65 km im anspruchsvollen Gelände drin — wer viel im Turbo-Modus bergauf fährt, landet eher am unteren Ende. Auf gemäßigten Trails mit Eco- oder Tour-Unterstützung sind 60 bis 80 km möglich. Für einen vollen Tag im Mittelgebirge mit 1.500 Höhenmetern reicht das in der Regel, bei ambitionierten Alpentouren solltest du vorausplanen.
Fahrwerk und Komponenten — wo das Budget steckt
Die Magura-Federgabel vorne und das Fully-Fahrwerk (also Voll-Federung mit gefedertem Hinterbau) sorgen dafür, dass Wurzeln und Steine nicht direkt im Lenker und Sattel ankommen. Die Magura MT Thirty Bremsen sind hydraulische 2-Kolben-Stopper — für Trail-Riding ausreichend, bei langen Abfahrten mit hohem Tempo kann aber Fading auftreten, weil 2-Kolben-Systeme weniger Bremsleistung als 4-Kolben-Bremsen bereitstellen. Die Shimano Deore mit 12 Gängen bietet ein breites Übersetzungsspektrum für steile Anstiege und schnelle Abfahrten. Maxxis-Reifen in 29×2.4 liefern guten Grip auf Schotter und Waldboden. Mit 25 kg Gewicht ist das M5T kein Leichtbau-Fully — beim Tragen über Hindernisse und Treppen merkst du jedes Kilo. StVZO-Ausstattung fehlt komplett: keine Beleuchtung, keine Schutzbleche, kein Ständer — als Alltagsrad ist dieses E-MTB nicht gedacht.
SachsenRAD M5T vs. Bulls Sonic EVO AM1 (2024) und Bulls Sonic EVO AM 1 (2025)
Der Bulls Sonic EVO AM1 2024 kostet rund 400 Euro mehr und bringt den bewährten Bosch Performance CX Smart System mit 85 Nm — weniger Drehmoment, aber ein etabliertes Motorsystem mit flächendeckendem Service und App-Anbindung. Dazu 750 Wh Bosch PowerTube, SR Suntour Lytro Air Gabel mit 140 mm und Shimano 4-Kolben-Bremsen mit 203-mm-Scheiben. Wer Langzeit-Zuverlässigkeit und Wiederverkaufswert höher gewichtet als maximales Drehmoment, fährt mit dem Bulls besser. Der Bulls Sonic EVO AM 1 2025 liegt rund 710 Euro über dem SachsenRAD und bietet dieselbe Bosch-CX-Plattform mit aktualisierter Shimano-Cues-Schaltung. Schwalbe Magic Mary vorne und Hans Dampf hinten im Mullet-Setup liefern mehr Grip als die Maxxis-Bereifung des SachsenRAD.
Unser Fazit zum SachsenRAD M5T E-MTB Fully
Das SachsenRAD M5T ist ein Fully-E-Mountainbike, das mit roher Antriebsleistung und großem Akku punktet — 110 Nm und 720 Wh findest du in dieser Preisklasse sonst nicht. Magura-Bremsen, Shimano-Deore-12-fach und Maxxis-Reifen bilden ein solides Komponentenpaket für Trail-Fahrten im Mittelgebirge. Das Risiko liegt beim wenig bekannten XCruise-Motor: Ohne etabliertes Service-Netz bist du bei Problemen auf den Hersteller-Support angewiesen. Wer das maximale Drehmoment zum kleinsten Preis sucht und sich mit dem Marken-Risiko arrangieren kann, findet hier viel Elektrofahrrad fürs Geld. Wer auf Nummer sicher gehen will, investiert den Aufpreis in ein Bosch-basiertes Fully.

Bulls Sonic EVO AM1 29“/27 E-MTB Fully

Bulls Sonic EVO AM 1 29“/27 E-MTB Fully
Weitere Fully-E-MTBs zwischen 2.000 und 4.000 Euro
Im Mittelklasse-Segment triffst du auf unterschiedliche Motor-Philosophien — von Bosch CX bis zu aufstrebenden Marken wie XCruise. Ein Vergleich der Service-Netze lohnt sich hier besonders.
Gründer von eBike-Crew.de. Er testet E-Bikes und E-Scooter selbst, über Tage bis Wochen im Alltag. Modelle, die er nicht selbst fährt, kennzeichnet er offen als Produktcheck auf Basis von Daten und unabhängigen Tests. Mehr über mich →
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