DERUIZ City E-Bike





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Hinweis: Wir haben dieses Produkt nicht selbst getestet.
Unsere Einschätzung zum DERUIZ City E-Bike
Ein Heckmotor statt Mittelmotor, eine No-Name-Bremsanlage statt Shimano, ein chinesischer Hersteller statt deutscher Traditionsmarke — auf dem Papier klingt das DERUIZ City E-Bike in Grau nach Kompromiss. In der Praxis dreht sich das Bild: Der Heckantrieb liefert mit 55 Nm mehr Schub als die meisten Frontmotoren im Wettbewerb, die Scheibenbremsen arbeiten hydraulisch statt mechanisch, und der 644-Wh-Akku ist größer als bei fast allen City-Pedelecs unter 2.000 Euro.
Warum ein Heckmotor im Stadtverkehr Sinn macht
Der Aikema AKM95RX-RC1 sitzt in der Hinterradnabe und schiebt von hinten an — das Vorderrad bleibt frei und lenkt ungestört. Gerade auf nassem Kopfsteinpflaster oder bei rutschigem Laub ist das ein Sicherheitsvorteil gegenüber Frontmotoren, die in solchen Situationen das Vorderrad zum Durchdrehen bringen können. Die 55 Nm Drehmoment reichen für Ampelstarts, Brückenrampen und moderate Hügel. An echten Steigungen über 10 % fehlt allerdings der Vorteil eines Mittelmotors, der die Gangübersetzung nutzen kann — dann wird das Treten spürbar anstrengender. Für urbane Strecken mit vereinzelten Rampen ist der Heckmotor aber die pragmatischere Lösung als ein schwacher Frontmotor.
Akku: Einmal laden, tagelang pendeln
644 Wh im Rahmen — das ist die Kapazität, die man sonst bei Trekking-Rädern der 2.500-Euro-Klasse findet. In der Praxis fährst du damit realistisch 45–80 km, auf flacher Strecke mit wenig Unterstützung auch über 100 km. Das 48-Volt-System (höhere Spannung als die gängigen 36 Volt — dadurch fließen geringere Ströme bei gleicher Leistung) arbeitet effizient im Hintergrund. Der Akku ist entnehmbar — du kannst ihn zum Laden mit in die Wohnung nehmen, was bei einem Elektrofahrrad ohne Garage besonders praktisch ist.
Was die Ausstattung hergibt — und wo die Fragezeichen stehen
Die Shimano-Altus-8-Gang-Kettenschaltung ist für ein City-Rad großzügig dimensioniert und bietet auch am Hügel noch Reserven. Die hauseigenen hydraulischen Scheibenbremsen mit 180-mm-Scheiben auf beiden Seiten liefern gute Verzögerung. Das Fragezeichen dabei: Deruiz ist kein spezialisierter Bremsenhersteller — ob Ersatzbeläge auch in fünf Jahren problemlos verfügbar sind, lässt sich heute nicht sicher sagen. Kette statt Riemen bedeutet: Alle 2.000–3.000 km reinigen, schmieren und irgendwann tauschen. Schutzbleche, Gepäckträger, StVZO-Beleuchtung mit Bremslicht und Seitenständer sind ab Werk dabei. Bei 24 kg Gesamtgewicht gehört das DERUIZ zu den leichteren Rädern mit dieser Akkugröße. Das zulässige Gesamtgewicht von 135 kg bietet bei 24 kg Eigengewicht genug Spielraum für die meisten Fahrerinnen plus Einkäufe.
Vergleich: DERUIZ gegen Zündapp Z502 und Prophete Geniesser 1.0
Das Zündapp Z502 ist rund 200 Euro günstiger und punktet mit ADAC-Testnote „Gut“ (2,1), integriertem Rahmenschloss und wartungsarmer Shimano-Nexus-7-Nabenschaltung. Die Felgenbremsen sind allerdings bei Regen ein Sicherheitsnachteil, der Frontmotor liefert nur 40 Nm, und der 522-Wh-Akku sitzt am Gepäckträger — dort stört er beim Beladen mit Packtaschen. Wer bei jedem Wetter sicher bremsen will und größere Akkureserven braucht, greift zum DERUIZ. Das Prophete Geniesser 1.0 spart rund 350 Euro, ist aber in jeder Hinsicht schwächer ausgestattet: 374 Wh Akku, 3-Gang-Nabenschaltung und Felgenbremsen. Die 3-Gang-Nabe wird schon am kleinsten Anstieg zur Geduldsprobe — bergauf fehlt ein kleiner Gang, bergab dreht man ins Leere. Als reines Kurzstreckenrad für flache Einkaufsfahrten funktioniert es, darüber hinaus zeigt es schnell seine Grenzen.
Das Fazit: Substanz statt Markenname
Das DERUIZ City E-Bike in Grau liefert technisch mehr als die meisten Konkurrenten im Budget-Segment: größter Akku, stärkster Motor, hydraulische Bremsen und nur 24 kg auf der Waage. Die UVP von 2.799 Euro liegt aktuell rund 50 % unter dem Listenpreis. Wer bereit ist, auf einen etablierten Bremsen-Markennamen zu verzichten und Kettenpflege in Kauf nimmt, bekommt ein Stadtrad mit Tourenrad-Potenzial. Für Pendlerinnen, die längere Strecken fahren und bei Regen nicht auf Bremskraft verzichten wollen, ist es eine der klügsten Optionen unter 1.500 Euro.

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