Ratgeber

E-Bike Ausstattung & StVZO: Was muss dein E-Bike haben?

Was braucht dein E-Bike für den Straßenverkehr? StVZO-Pflichtausstattung erklärt, plus Tipps zu Beleuchtung, Gepäckträger, Schutzblechen und Nachrüstungskosten.

Dein neues E-Bike sieht fantastisch aus – aber darfst du damit überhaupt auf die Straße? Viele E-Bikes werden ab Werk ohne die nötige Ausstattung für den Straßenverkehr ausgeliefert. Und das kann teuer werden.

E-Bike Seitenansicht mit Akku
Alltagstauglich und verkehrssicher? Das hängt von der richtigen Ausstattung ab. Foto: ebike-crew.de

Licht, Reflektoren, Klingel, Gepäckträger, Schutzbleche – was davon ist Pflicht, was ist optional, und worauf solltest du beim Kauf achten? In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die E-Bike-Ausstattung wissen musst. Vom gesetzlichen Minimum bis zu den Extras, die deinen Alltag wirklich einfacher machen. Damit du sicher, legal und komfortabel unterwegs bist.

👥 Über den Autor

Ich bin Alex von der E-Bike Crew. Als leidenschaftlicher E-Biker teste ich seit Jahren verschiedenste E-Bike-Modelle und tausche mich regelmäßig mit der Community, Werkstattmechanikern und Händlern aus. Die Ausstattungsfrage höre ich dabei immer wieder – besonders von Einsteigern, die ein vermeintliches Schnäppchen gemacht haben und dann merken, dass ihr E-Bike gar nicht verkehrstauglich ist. Dieser Ratgeber basiert auf echten Praxiserfahrungen und aktuellen gesetzlichen Grundlagen.

StVZO-Ausstattung: Was muss dein E-Bike für die Straße haben?

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) regelt, welche Ausstattung ein Fahrrad – und damit auch ein Pedelec bis 25 km/h – im öffentlichen Straßenverkehr haben muss. Pedelecs gelten rechtlich als Fahrräder, für sie gelten also dieselben Vorschriften.

Hier ist die komplette Pflichtausstattung auf einen Blick:

✅ Pflichtausstattung nach StVZO

  • ☑️ Weißer Frontscheinwerfer (fest montiert, darf vom E-Bike-Akku betrieben werden)
  • ☑️ Rotes Rücklicht (fest montiert, mit Standlichtfunktion empfohlen)
  • ☑️ Weißer Frontreflektor
  • ☑️ Roter Rückstrahler (Großflächen-Rückstrahler mit Z-Kennzeichnung)
  • ☑️ Gelbe Pedalreflektoren (an beiden Pedalen, vorne und hinten)
  • ☑️ Seitliche Reflektoren (Speichenreflektoren oder Reflexstreifen an den Reifen)
  • ☑️ Helltönende Klingel
  • ☑️ Zwei voneinander unabhängige Bremsen

⚠️ Wichtig zu beachten

E-Mountainbikes, E-Gravel-Bikes und E-Rennräder werden häufig ohne StVZO-Ausstattung verkauft. Kein Licht, keine Reflektoren, keine Klingel. Das ist legal – aber nur, solange du damit nicht auf öffentlichen Straßen fährst. Sobald du auf die Straße willst, musst du nachrüsten. Das Bußgeld für fehlende Beleuchtung liegt bei 20 Euro, bei Gefährdung anderer bis zu 35 Euro.

Beleuchtung: Mehr als nur Pflicht – deine Lebensversicherung

Die Beleuchtung ist das wichtigste Sicherheitsfeature an deinem E-Bike. Nicht nur, damit du siehst – sondern vor allem, damit du gesehen wirst. Im Gegensatz zu normalen Fahrrädern fährst du mit dem E-Bike häufig schneller, was die Reaktionszeit anderer Verkehrsteilnehmer verkürzt.

E-Bike Frontansicht mit Beleuchtung
Ein heller Frontscheinwerfer ist Pflicht – und bei E-Bikes besonders wichtig wegen der höheren Geschwindigkeit. Foto: ebike-crew.de

Integrierte vs. nachgerüstete Beleuchtung

Bei den meisten City- und Trekking-E-Bikes ist die Beleuchtung ab Werk integriert und wird direkt vom E-Bike-Akku gespeist. Das hat einen großen Vorteil: Du musst nie Batterien wechseln, und das Licht ist immer einsatzbereit. Viele moderne Systeme schalten sich sogar automatisch ein, wenn es dunkel wird.

Bei Sport-E-Bikes (MTB, Gravel, Rennrad) musst du dagegen nachrüsten. Hier hast du zwei Möglichkeiten: Ein separates Akkulicht zum Anstecken oder ein fest montiertes Licht, das an den E-Bike-Akku angeschlossen wird. Die zweite Variante ist komfortabler, erfordert aber einen passenden Lichtanschluss am Motorsystem.

Lux-Werte: Was brauchst du wirklich?

Die Helligkeit von Frontscheinwerfern wird in Lux angegeben. Aber wie viel brauchst du? Hier eine ehrliche Einordnung aus der Praxis:

Lux-Wert Einsatzbereich Einschätzung
30–50 Lux Stadt, beleuchtete Straßen Minimum – reicht gerade so
70–80 Lux Pendler, gemischte Strecken Guter Standard
100–150 Lux Landstraßen, unbeleuchtete Wege Sehr gut – empfehlenswert
150+ Lux (mit Fernlicht) Wald, Trails, schnelle Abfahrten Premium – Tageslicht-Feeling

💡 Profi-Tipp

Seit 2017 ist Fernlicht am Fahrrad erlaubt – eine echte Revolution für Nachtfahrer. Premium-Hersteller wie Busch+Müller oder Supernova bieten Modelle mit bis zu 170 Lux Fernlicht. Wenn du regelmäßig auf unbeleuchteten Strecken fährst, ist das Geld gut investiert. Achte beim Kauf aber immer auf die StVZO-Zulassungsnummer (K-Kennzeichen).

Rücklicht: Nicht vergessen!

Ein gutes Rücklicht ist mindestens genauso wichtig wie der Frontscheinwerfer. Zwei Funktionen sollte es unbedingt haben: Standlicht (leuchtet noch einige Minuten nach dem Anhalten) und optimalerweise eine Bremslichtfunktion. Das Bremslicht leuchtet beim Verzögern heller auf – genau wie beim Auto. Das erhöht die Sicherheit im Stadtverkehr erheblich.

E-Bike Rücklicht eingeschaltet
Gut sichtbar von hinten – ein helles LED-Rücklicht mit Standlichtfunktion ist ein echtes Sicherheitsplus. Foto: ebike-crew.de

Gepäckträger: Alltagstauglichkeit entscheidet sich hier

Ein Gepäckträger klingt unspektakulär – ist aber im Alltag das Feature, das den Unterschied zwischen „Sportgerät“ und „echtem Verkehrsmittel“ ausmacht. Einkäufe, Fahrradtaschen, Kindersitz – ohne Gepäckträger geht nichts davon.

Gepäckträger am E-Bike Seitenansicht
Ohne Gepäckträger kein Alltagsbike – er ist die Basis für Fahrradtaschen, Körbe und Kindersitze. Foto: ebike-crew.de

Drei Varianten im Überblick

Hinterer Gepäckträger (Standard): Die häufigste Variante. Achte auf die maximale Zuladung – die meisten tragen 25 kg, hochwertige Modelle bis 30 kg. Für Kindersitze brauchst du mindestens 27 kg Tragfähigkeit. Wichtig: Prüfe, ob der Gepäckträger mit deinem Rahmensystem kompatibel ist, besonders bei integrierten Akkus im Unterrohr.

Vorderer Gepäckträger (Lowrider/Frontträger): Ideal für Touren mit viel Gepäck. Durch die tiefe Montage an der Gabel bleibt der Schwerpunkt niedrig, was das Fahrverhalten stabilisiert. Nicht geeignet für Gabeln mit viel Federweg.

Kein Gepäckträger (MTB/Gravel): Sport-E-Bikes kommen ohne. Nachrüsten ist oft möglich, aber nicht immer. Prüfe vorher, ob dein Rahmen die nötigen Befestigungsösen hat. Alternativ gibt es Sattelstütz-Gepäckträger – die tragen aber meist nur 10 kg.

🔍 Insider-Wissen

Viele E-Bike-Käufer unterschätzen die Gepäckträger-Zuladung. Bedenke: Ein Wocheneinkauf wiegt schnell 10–15 kg. Zwei gefüllte Fahrradtaschen (z. B. Ortlieb Back-Roller) bringen allein schon 2 kg Eigengewicht mit. Und ein Kindersitz mit Kind kommt auf 20–25 kg. Rechne also großzügig und wähle im Zweifel den stabileren Träger.

Schutzbleche: Kein Luxus, sondern Pflichtprogramm für den Alltag

Schutzbleche sind gesetzlich nicht vorgeschrieben – aber jeder Alltagsfahrer wird bestätigen: Sie gehören an jedes E-Bike, das bei Regen oder auf nassen Straßen gefahren wird. Ohne Schutzbleche hast du nach fünf Minuten im Regen einen nassen Rücken und dreckige Schuhe.

E-Bike Schutzblech vorne Nahaufnahme
Das vordere Schutzblech hält Spritzwasser von Schuhen und Beinen fern – bei nassem Wetter Gold wert. Foto: ebike-crew.de

Vorne und hinten ist die Kombination, die du an einem Alltagsbike brauchst. Das vordere Schutzblech schützt deine Füße und die Gabel, das hintere deinen Rücken und den Akku. Achte auf vollständige Abdeckung – kurze „Designer-Schutzbleche“ sehen zwar schick aus, halten aber kaum etwas ab.

Bei Sport-E-Bikes (MTB, Gravel) gibt es steckbare Mudguards als Kompromiss. Sie schützen zumindest teilweise und lassen sich schnell montieren und abnehmen. Für echten Allwettereinsatz reichen sie aber nicht aus.

Ständer: Kleines Teil, große Wirkung

Ein E-Bike wiegt 20 bis 30 kg. Ohne Ständer musst du es jedes Mal irgendwo anlehnen – und es fällt garantiert genau dann um, wenn du nicht hinschaust. Das kann teure Schäden am Display, an den Bremshebeln oder am Schaltwerk verursachen.

Seitenständer vs. Zweibeinständer

Seitenständer: Leicht (200–400 g), günstig und reicht für die meisten E-Bikes. Nachteil: Das Rad steht leicht schräg, und auf unebenem Untergrund kann es kippen. Bei leichten City-E-Bikes die richtige Wahl.

Zweibeinständer (Mittelbauständer): Das Rad steht gerade und deutlich stabiler – auch mit beladenen Fahrradtaschen oder Kindersitz. Wiegt mehr (500–800 g) und kostet mehr. Für schwere E-Bikes ab 25 kg und für Alltagseinsatz mit Gepäck die bessere Wahl. Hersteller wie Ursus und Hebie bieten hier besonders stabile Modelle.

💡 Profi-Tipp

Achte bei der Ständer-Wahl auf das zulässige Gesamtgewicht. Viele günstige Seitenständer sind nur bis 25 kg ausgelegt – das reicht bei einem 24-kg-E-Bike mit Einkauf nicht mehr. Ein guter Zweibeinständer trägt 40 kg und mehr. Und: Prüfe vor dem Kauf, ob dein Rahmen eine Ständerplatte hat. Ohne diese Aufnahme ist die Montage schwierig oder gar nicht möglich.

Rahmenschloss: Reicht das als Diebstahlschutz?

Einige City- und Trekking-E-Bikes kommen ab Werk mit einem Rahmenschloss (auch Ringschloss genannt). Dieses kleine Schloss am Hinterrad blockiert das Rad und verhindert, dass jemand einfach davonfährt.

Die ehrliche Antwort: Als alleiniger Schutz reicht ein Rahmenschloss nicht. Ein Dieb kann das Hinterrad einfach anheben und das E-Bike wegtragen. Es ist höchstens ein Wegrollschutz beim kurzen Brötchenholen. Für echten Schutz brauchst du zusätzlich ein Bügelschloss oder Kettenschloss, das dein E-Bike an einem festen Gegenstand sichert. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu GPS-Trackern und Diebstahlschutz.

🎓 E-Bike Academy – StVZO-Ausstattung nach E-Bike-Typ

Nicht jedes E-Bike kommt gleich ausgestattet vom Händler. Hier ein Überblick, was du bei welchem Typ erwarten kannst – und wo du nachrüsten musst:

City- und Trekking-E-Bikes: Fast immer komplett StVZO-ausgestattet ab Werk. Licht, Reflektoren, Klingel, Gepäckträger, Schutzbleche, Ständer – alles dabei. Das sind die sorglosen Alltagsbikes.

E-Mountainbikes: Kommen in der Regel ohne jegliche Straßenausstattung. Kein Licht, keine Reflektoren, keine Klingel, kein Gepäckträger, keine Schutzbleche. Für den Straßeneinsatz musst du alles nachrüsten – rechne mit 100–300 Euro.

E-Gravel-Bikes: Ähnlich wie MTBs oft nackt. Manchmal sind Befestigungspunkte für Schutzbleche und Gepäckträger vorhanden, aber das Zubehör fehlt.

S-Pedelecs (bis 45 km/h): Sonderfall! Hier gelten strengere Regeln: Versicherungskennzeichen, Rückspiegel links, Hupe statt Klingel und spezielle Beleuchtung sind Pflicht. Ein S-Pedelec ist kein Fahrrad, sondern ein Kleinkraftrad.

Was dir niemand sagt: Die häufigsten Ausstattungsfehler

Aus Gesprächen mit Händlern und aus der E-Bike-Community höre ich immer wieder die gleichen Fehler:

Fehler 1: Reflexstreifen vergessen. Viele Fahrer achten penibel auf Licht und Klingel, vergessen aber die Pflichtreflektoren. Besonders die gelben Pedalreflektoren fehlen oft, weil Ersatzpedale ohne Reflektoren montiert wurden.

Fehler 2: Akkulicht ohne StVZO-Zulassung. Wer sein MTB mit einem günstigen Akkulicht nachrüstet, greift oft zu Modellen ohne K-Kennzeichnung. Diese sind nicht StVZO-zugelassen und damit im Straßenverkehr nicht erlaubt – selbst wenn sie extrem hell sind.

Fehler 3: Schutzbleche an der falschen Größe. Schutzbleche müssen zum Reifenformat passen. Ein 45-mm-Reifen braucht breitere Bleche als ein 35-mm-Reifen. Zu schmale Schutzbleche schleifen oder schützen nicht richtig.

Fehler 4: Billigständer am schweren E-Bike. Ein 2-Euro-Ständer aus dem Baumarkt an einem 25-kg-E-Bike mit Gepäck? Das geht meistens schief. Der Ständer knickt um, das Bike fällt, das Display bricht. Lieber einmal in einen ordentlichen Zweibeinständer investieren.

Dropper Post: Brauche ich eine versenkbare Sattelstütze?

Die versenkbare Sattelstütze (Dropper Post) ist ein Feature aus der Mountainbike-Welt, das immer mehr auch in anderen E-Bike-Kategorien auftaucht. Per Hebel am Lenker kannst du den Sattel während der Fahrt absenken – und für Abfahrten oder enge Manöver mehr Bewegungsfreiheit gewinnen.

Wer braucht das wirklich?

Für E-MTB-Fahrer ist eine Dropper Post fast unverzichtbar. Bergab ist der tiefe Sattel ein enormer Sicherheitsgewinn, weil du dich besser hinter den Sattel lehnen kannst und einen niedrigeren Schwerpunkt hast. Auf technischen Trails macht das den Unterschied zwischen kontrollierter Fahrt und Überschlag.

Für City- und Trekking-Fahrer ist eine Dropper Post dagegen unnötig. Hier bringt sie keinen Mehrwert, kostet extra und ist ein weiteres Teil, das gewartet werden muss.

Die Ausstattung nach Einsatzzweck: Was brauchst du wirklich?

Ausstattung City/Pendler Trekking/Tour MTB Cargo
Integriertes Licht Pflicht ✅ Pflicht ✅ Nachrüsten Pflicht ✅
Gepäckträger hinten Sehr sinnvoll Pflicht für Touren Optional Integriert
Schutzbleche Unverzichtbar Unverzichtbar Mudguard reicht Unverzichtbar
Zweibeinständer Empfohlen Empfohlen Nein Pflicht
Dropper Post Unnötig Unnötig Fast Pflicht Unnötig
Rahmenschloss Netter Bonus Netter Bonus Nein Netter Bonus

Kosten für die Nachrüstung: Was du einplanen musst

Wenn dein E-Bike nicht komplett ausgestattet ist, kommen zusätzliche Kosten auf dich zu. Hier eine realistische Übersicht:

💰 Nachrüstungskosten auf einen Blick

Frontscheinwerfer (StVZO, E-Bike-Akku): 40–150 Euro. Einstiegsmodelle wie der Busch+Müller Myc E (50 Lux) ab ca. 40 Euro, Premium wie der IQ-X E (150 Lux) um 100 Euro.

Rücklicht (StVZO): 15–40 Euro. Mit Standlicht und Bremslichtfunktion etwas teurer.

Reflektoren-Set (komplett): 8–15 Euro. Gibt’s als Set mit Front, Heck, Speichen und Pedal.

Klingel: 5–20 Euro. Von einfach bis klangvoll (Spurcycle, Knog).

Schutzbleche (Satz): 25–60 Euro. SKS und Bluemels sind bewährte Marken.

Ständer: 15–45 Euro. Seitenständer ab 15 Euro, guter Zweibeinständer um 35–45 Euro.

Gepäckträger: 30–80 Euro. Tubus-Träger aus Aluminium sind die Referenz.

Gesamt für komplette Nachrüstung: 150–400 Euro, je nach Qualitätsanspruch. Das solltest du beim Preisvergleich unbedingt mit einkalkulieren – ein günstigeres MTB ohne Ausstattung wird plötzlich teurer als das fertig ausgestattete Trekking-E-Bike.

👥 Aus der E-Bike-Community

In E-Bike-Foren liest man immer wieder: „Ich hab mir ein E-MTB für 3.000 Euro gekauft und dann nochmal 250 Euro für Licht, Schutzbleche und Klingel ausgegeben, damit ich legal zur Arbeit fahren kann.“ Das ist kein Einzelfall. Wenn du dein E-Bike hauptsächlich im Alltag nutzen willst, kaufe lieber gleich ein komplett ausgestattetes Modell. Bei reinem Trail-Einsatz kannst du dir die Ausstattung natürlich sparen.

E-Bike Reifen hinten mit Schutzblech
Robustes Schutzblech am Hinterrad – hält Dreck und Spritzwasser von Rücken und Gepäck fern. Foto: ebike-crew.de

Wartung der Ausstattung: Was du regelmäßig prüfen solltest

Ausstattung, die nicht funktioniert, bringt dir nichts. Hier ein kurzer Wartungsplan, der kaum Zeit kostet:

Alle 2 Wochen: Licht vorne und hinten kurz einschalten und prüfen. Reflektoren auf Verschmutzung kontrollieren – ein dreckiger Reflektor reflektiert kaum noch. Klingel testen – klingt sie noch klar oder eher dumpf?

Alle 3 Monate: Schutzbleche auf Risse und lose Schrauben prüfen. Ständer auf Festigkeit checken – wackelt er, Schrauben nachziehen. Gepäckträger-Schrauben kontrollieren – besonders nach holprigen Strecken lockern die sich gerne.

Einmal im Jahr: Beleuchtungskabel auf Scheuerstellen prüfen. Pedalreflektoren erneuern, wenn sie blind oder abgebrochen sind. Ständer-Feder prüfen – hält er den Ständer noch zuverlässig oben?

Wenn du dein E-Bike ohnehin regelmäßig wartest, lässt sich das in wenigen Minuten erledigen. Mehr zur grundlegenden E-Bike-Wartung findest du in unserem ausführlichen Wartungsratgeber.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Echte Fragen von E-Bikern

Brauche ich Licht am E-Bike, wenn ich nur tagsüber fahre?

Ja, die Beleuchtung muss am E-Bike fest montiert und funktionsfähig sein – auch wenn du nur bei Sonnenschein fährst. Du musst sie tagsüber nicht einschalten, aber sie muss vorhanden sein. Viele moderne E-Bike-Lichter haben eine Tagfahrlichtfunktion, die dich auch bei Helligkeit besser sichtbar macht.

Kann ich Stecklichter am E-Bike verwenden?

Ja, seit 2013 sind auch abnehmbare Beleuchtungen am Fahrrad erlaubt – sofern sie eine StVZO-Zulassung haben. Allerdings musst du sie bei Dunkelheit dabei haben und angeschaltet nutzen. Bei E-Bikes ist die fest installierte Beleuchtung vom Hauptakku aber die komfortablere und zuverlässigere Lösung.

Welche Reflektoren brauche ich genau?

Du brauchst: einen weißen Frontreflektor, einen roten Rückstrahler, an jedem Pedal je zwei gelbe Reflektoren (vorne und hinten) sowie seitliche Reflektoren. Für die Seite reichen entweder zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad oder durchgehende Reflexstreifen auf den Reifenflanken. Letztere sind praktischer, weil sie nicht verrutschen.

Mein E-MTB hat keine StVZO-Ausstattung – darf ich damit zum Bäcker fahren?

Streng genommen: Nein. Sobald du öffentliche Straßen oder Radwege benutzt, brauchst du die komplette StVZO-Ausstattung. In der Praxis wird das bei kurzen Strecken selten kontrolliert, aber bei einem Unfall kann die fehlende Ausstattung haftungsrechtlich zum Problem werden. Es ist also keine reine Ordnungswidrigkeitsfrage – es geht um deine Absicherung.

Lohnt sich ein Bremslicht am E-Bike?

Unbedingt, wenn du viel im Stadtverkehr fährst. Ein Bremslicht signalisiert dem nachfolgenden Verkehr deine Verzögerung – genau wie beim Auto. Bei E-Bikes mit ihren höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten ist das ein echtes Sicherheitsplus. Viele aktuelle Rücklichter von Busch+Müller und Supernova bieten diese Funktion ab Werk.

Wie finde ich heraus, ob mein Licht StVZO-zugelassen ist?

Auf der Leuchte muss ein K-Kennzeichen eingeprägt sein – ein Wellensymbol gefolgt von einer Nummer. Beispiel: „K~1192″. Ohne dieses Zeichen ist die Lampe nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen, egal wie hell sie leuchtet. Besonders bei günstigen Amazon-Lichtern fehlt diese Zulassung häufig.

Mein Fazit

Die richtige Ausstattung macht den Unterschied zwischen einem E-Bike, das im Alltag nervt, und einem, das du jeden Tag gerne fährst. Die StVZO-Pflichtausstattung ist dabei nur das absolute Minimum. Wer sein E-Bike wirklich täglich nutzen will, braucht gutes Licht, solide Schutzbleche, einen stabilen Ständer und einen belastbaren Gepäckträger.

💡 Die wichtigste Erkenntnis:

Vergleiche E-Bikes nie nur nach dem Grundpreis. Ein „günstiges“ Sport-E-Bike ohne Ausstattung kann nach der Nachrüstung teurer sein als ein fertig ausgestattetes Trekking-E-Bike. Rechne die Ausstattungskosten immer mit ein.

🎯 Dein nächster Schritt:

Geh zu deinem E-Bike und mache den StVZO-Check: Funktioniert das Licht vorne und hinten? Sind alle Reflektoren dran? Klingel getestet? Wenn etwas fehlt, rüste jetzt nach – bevor die nächste Tour oder der Arbeitsweg ansteht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Ein gut ausgestattetes E-Bike ist ein E-Bike, das du wirklich nutzt. Spare nicht an der Alltagstauglichkeit – da steckt der größte Komfortgewinn.

💬 Deine Erfahrungen sind gefragt!

Welche Ausstattung ist für dich am E-Bike unverzichtbar? Hast du Tipps zur Nachrüstung oder Empfehlungen für bestimmte Produkte? Teile sie in den Kommentaren – gemeinsam machen wir die E-Bike-Community stärker!

Alexander Haselhoff

Alexander Haselhoff ist Gründer von eBike-Crew.de und testet E-Bikes und E-Scooter selbst, über Tage bis Wochen und nach einem festen Ablauf. Reichweite misst er mit dem Wattmeter, Bremswege mit dem Maßband, Steigfähigkeit an festen Rampen, im Alltag statt auf dem Parkplatz. Was in seinen Ratgebern steht, stammt aus diesen Messungen und aus dem Vergleich von hunderten Modellen, nicht aus Hersteller-Prospekten. Modelle, die er nicht selbst fährt, kennzeichnet er offen als Produktcheck. Mehr zu seiner Methodik und seinem YouTube-Kanal Alex testet findest Du auf seiner Autorenseite.

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